Conflakes (Mit 20 % mehr Regen!)

Nein, kein Tippfehler mit zusätzlichem Geschwurbel – sondern das Thema der diesjährigen WaldCon. Dazu wollte ich eigentlich auch noch ein bissl was schreiben, auch wenn die Con nun schon ein paar Wochen her ist¹ und auch langlebigere Andenken² ganz langsam doch verblassen und sogar der Schlafsack inzwischen wieder getrocknet ist.

Vorab: Kann sein dass das hier bissl länger wird. Für lesefaule hier als die Kurzfassung: „Fliegen, Dremel, Fliegen, Fleisch, Bier und Landfürst, Danger Zone, Waffeln, Regen, ca. 0,03 Duschen pro (männlichem) Kopf. Und Trockeneis.“

Erstmal: Schön dass das überhaupt geklappt hat! […]Wie das hier im Studium halt so ist, kann man schlecht vorausplanen. Klar, es gibt die vorlesungsfreie Zeit – die aber auch nur exakt das ist: Frei von Vorlesungen. Das heisst ja leider noch lange nicht, dass man es sich zu der Zeit auch leisten kann mal für ein paar Tage abzuhauen um sich mit einem Haufen mehr oder weniger Gestörter Gleichgesinnter in die Wälder zu verkriechen um sich unter fragwürdigen hygienischen Verhältnissen von Bier und Fleisch und noch ein wenig Bier zu ernähren. Es könnten ja genau zu der Zeit auch noch Prüfungen sein! Zumindest zu der Zeit wo man sich für die WaldCon anmelden soll, stehen ja die Prüfungstermine noch nicht fest. Oder eben sonstige Veranstaltungen oder Praktika. Ist ja immer so ein bissl ein Chaos. Aber glücklicherweise hats ja gepasst – und das obwohl sich die Überlegungen und Gespräche wegen der Masterarbeit noch länger hinzogen als gedacht. Yay! :3 Kann also doch nicht schaden sich einfach mal vorsichtshalber anzumelden, ohne genau zu wissen worauf man sich da im Detail einlässt oder obs dann auch funktioniert, zeitlich. Und dann noch ein Glücksfall: Ich hab – nach einem kurzen Aufenthalt auf der Warteliste – sogar noch nen Schlafplatz im Haus erwischt! Was ja doch ganz praktisch ist. Sonst hätte ich mir noch ein Zelt besorgen müssen. Oder mein uraltes und sicher schon vom Schimmel komplett vernichtetes Zelt aus irgendeinem Winkel im Keller ausgraben müssen.

Anreise? Vorstellungsgespräch hinter mich gebracht, Zeug ins Auto geworfen, unterwegs noch Flin aufgegabelt (und NOCH mehr Zeug ins Auto geworfen, von ner zerrissenen Schaumstoff-Matte bis zur Eismaschine) und dann Stau. Stau, zähfliessender Verkehr und heimtückisch-irreführende Angaben vom Navi. Und das Gerücht, es gäbe doch keine freien Schlafplätze mehr im Haus. Aber das war dann doch nur ein Gerücht. Während andere also mit dem Errichten von Zelten beschäftigt waren, konnte ich immerhin schonmal meinen Kram in einem kleinen Schlafsaal verstauen, bei dem sogar 50 % der Fenster mit Fliegengittern ausgestattet waren!

Hach ja, Fliegen. Dachte ich nicht schonmal, ich würde hier in der Wohnung den Verstand verlieren als sich da mal so 20 Stubenfliegen tummelten? Ich glaube 20 Fliegen hatte man alleine schon auf sich herumkrabbeln wenn man sich draussen hingelegt und totgestellt hat. Während immer noch genug Fliegen in der Luft waren um mindestens 8 andere Leute beschäftigt zu halten. Ernsthaft, ich wusste nicht dass man gleichzeitig am Leben sein und so vielen Fliegen einen Platz um sich zu paaren geben kann. Man kann diese Menge an Fliegen schlecht beschreiben, aber ich sage es mal so: Als ich Sonntagnachmittag wieder daheim war, und auf dem Weg vom Auto zur Haustür nur zwei oder höchstens drei Fliegen bewusst wahrnahm und es gar nicht mehr nötig war immer wieder mal herumzufuchteln oder sich Fliegen von Armen oder Beinen zu streifen – das war schon ein komisches Gefühl. Also wenn man mich bitten würde die WaldCon in wenigen Worten zu beschreiben, die Antwort wäre erstmal: „Fliegen“.

Fliegen, und vielleicht auch noch „Dremel“. Geräusche, wie sie ein Dremel und sonstiges Schleifgerät in Verbindung mit Speckstein erzeugt. Das ist etwas, das man nicht den ganzen Tag hören muss. Wirklich. Mein kaputter Auspuff damals, der klang in so ungefähr jedem Drehzahlbereich schöner und erfreulicher als dieses Folterinstrument. Das Geräusch von gegen Bretter geworfenen Äxten ist nachweislich angenehmer als ein Dremel.

Und noch kurz was zu Insekten: Es ist schon unheimlich wenn zwei Leute um einen herum Zecken an sich finden. Nachdem sie an den gleichen Orten waren wie man selbst. Hat man dann Glück gehabt weil man verschont geblieben ist – oder ist man gar nicht verschont geblieben und bemerkt die 24 Zecken nur nicht, die einem in den Kniekehlen, unter den Armen, am Sack und weis der Geier wo sonst noch hängen und langsam die Größe von Haselnüssen annehmen? Okay, spätestens dann würde man die Viecher bemerken, sofern man noch ein winziges Bisschen bei Bewusstsein ist. Aber trotzdem! Da kommt dann zum Dauer-Fliegenverscheuchen noch das Abstreifen imaginärer Zecken/Krabbeltiere als Bewegungs-Tic dazu. Super!

So, wo wir schon bei den Unannehmlichkeiten sind: An dieser Stelle kann man abschliessend ja auch auf die hygienischen Verhältnisse eingehen. Die eigentlich gar nicht so schlecht waren – trotz 2 Duschen für… kA, irgendwas zwischen 60 und 80 Mann? 70? Ich weis es nicht. (Immerhin, der weibliche Anteil der Gäste hatte es da wohl etwas besser). Also, besser gesagt: Eine Ecke mit 2 Wasserquellen und ne Duschvorhang davor. So Pfadfinderschulenwaschraum-mässig halt. Wobei ich das jetzt auch nicht sooo schlimm fand. Zwar brauch ich beim Duschen nicht unbedingt Gesellschaft, aber vor allem hab ich nicht besonders viel Lust zum Duschen Schlange zu stehen oder zu wissen dass da draussen schon 3 Leute warten, während ich unter der Dusche noch meine Haare entwirre. Ja, Sorry, mit langen Haaren (für die ich dabei übrigens auch ein Kompliment bekommen hab o.o) klappt das mit „Morgens nur 5 Minuten im Bad brauchen“ halt nicht so ganz. Aber wie gesagt: Halb so wild, denn ich wurde eh immer recht früh Wach. Deutlich früher als Daheim sogar. Wohl ein Zusammenspiel von stickiger Wärme, Schnarchen, Fliegen, Harndrang und einem peinigenden Gefühl von Unsauberkeit. Überlegt mal: Wenn man morgens duscht, sich am frühen Nachmittag so fühlt als hätte man sich seit einer Woche nicht mehr gewaschen – wie fühlt man sich dann woh, wenn man am frühen Morgen zu sich kommt? Aber genau das war ja auch das praktische: Wenn man eh schon aufs Klo muss, dann kann man doch auch Duschen – so ruhig ist der Waschraum später nicht mehr! Jaa, meine Schlafsaalgenossen fanden das womöglich nicht immer so prickelnd, aber hey, ehrlich, ich hab mein Möglichstes getan um leise zu sein! Sorry falls mein Waschzeug rausholen manchmal lauter war als das was andere so mit Schnarchen schaffen.

So, und hier, an der Schnittstelle zwischen Unannehmlichkeiten und Erfreulichem, da passt dieses kurze Thema ganz gut: Landfürst. Ein Bier, bzw. ein Pils, von treffenderweise als „fürsterlich“ beschriebenem Geschmack. Sorgt aber für fürstliche Unterhaltung, so fürsterlich wie es nur ein Bier dieser Preisklasse vermag. Aber gut, es gab auch besseres Bier und zusätzlich hatte ich ja auch noch ein paar Flaschen diverser Bockbiere eingepackt, um sie mir mit Furan zu teilen. Der sich dafür auch mit einem überraschend leckeren Maibock von Mönchshof revanchierte. Und komischem Dosen-Apfelwein. ^^

Allerdings: Trotz Dremel und Fliegen wars einfach super! :3 Hab nun zu einigen Leuten die ich sonst nur dem Namen nach „aus dem Internet“ kenne auch ein Gesicht – was bei manchen auch echt mal Zeit wurde!

Ein weiterer Pluspunkt: Waffeln! Natürlich kann man sich hervorragend von Fleisch und Bier und vielleicht ein paar Beilagen ernähren, aber Waffeln sind ja auch mal was feines. Weshalb ich von Furan und Kana mit zum Backen abkommandiert wurde. Auch mal was neues: Zu dritt vier Waffelteige aus insgesamt 60 Eiern (und entsprechenden Mengen an sonstigen Zutataten) zusammenrühren und mit Hilfe von insgesamt 5 (?) Waffeleisen backen. Auch wenn sich dabei herausstellte, dass mein Doppelwaffeleisen zwar zwei Waffeln zugleich backen kann – dafür aber auch doppelt so lange braucht. Für den Hausgebrauch ist das kein Nachteil, aber wirklich wettkampftauglich scheint es nicht zu sein. ^^ Und: Es grenzt an ein Wunder, dass es keine Waffeln mit Fliegenfüllung gab. Was müssen irgendwelche Spezialisten in der Küche auch sowohl die Mülleimer als auch die Fenster offen lassen?

Was die 20 % mehr Regen betrifft: Ich hab ja keinen Vergleich, das war meine erste WaldCon – aber eigentlich war das Wetter ganz hervorragend. Etwas weniger Hitze hätte es auch getan – wobei aus den knapp 40 °C am Samstag ja auch nichts wurde. Tatsächlich hat es da sogar geregnet – aber sowas von! Während wir auf die Anlieferung von Waffelingredenzien warteten, liefen anderswo die Zelte voll Wasser. Also nicht alle, aber wer auch immer sein Zelt in dieser unscheinbaren Mulde aufgeschlagen hat, der wird sich gefreut haben…

Insgesamt: Schön wars, bin froh dass ichs riskiert hab mich einfach so mal anzumelden und es dann auch zeitlich hingehauen hat, und ich hoffe mal dass das nicht meine letzte WaldCon war. :3

PS.: Das hab ich zwar auch nur so Gerüchteweise mitbekommen, aber offenbar gab es da mal einen frühmorgendlichen Zwischenfall mit irgendwelchen Erntehelfern oder sonstigen landwirtschaftlichen Gesellen, die meinten sie müssten anfangen Zelte zu demontieren. Aus Neid auf Freizeit und Spass, oder was auch immer. Jedenfalls: Yay für den überlieferten Spruch von wegen „Du bist ja nichtmal Bauer sondern bloss Erntehelfer!“.

PPS.: Trockeneis in Getränken ist… naja. Wems Spass macht. Aber wenn es etwas gibt wo wirklich kein Trockeneis hineingehört, dann ist das Bier. Wirklich. (Und Kaffee, aber so „innovativ“ war dann doch niemand, glaube ich…)

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¹: Moment, eigentlich sinds nur etwas mehr als 2 Wochen? Fühlt sich viel länger an… o.o

²: Nein, keine Krankheiten oder Knochenbrüche.

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