Von Leuchtmitteln und Riesenpranken

Naja, „Riesenpranken“ würd ich jetzt eigentlich nicht sagen, aber scheinbar ja doch. Gut, der Reihe nach:

Vor den Feiertagen fiel mir auf, dass es vor meinem Auto trotz eingeschalteter Scheinwerfer irgendwie düster ist. Klare Sache, linkes Abblendlicht hinüber, neues Leuchtmittel fällig. Alles kein Problem. Davon geht die Welt nicht unter. Hey, in meinem alten 306 musste ich gefühlt monatlich ne neue Glühbirne einsetzen, das kann mich nicht schockieren. Passendes Leuchtmittel gekauft, Motorhaube auf, reingelangt und: FAIL! […]

Zugegeben: Ich hab ja schon gehört, dass bei neueren und hochtechnisierteren Fahrzeugen jede Kleinigkeit (Vielleicht abgesehen vom Tanken und dem Wechsel von Scheibenwischern) in nem Werkstattbesuch endet, weil man einfach nicht dort hinkommt wo man hinwill oder spezielles Werkzeug nötig ist oder sonstwas. Wie fröhlich-schadenfroh war ich einst, als mein Vater für nen Glühbirnenwechsel in die Werkstatt musste, weil man erstmal den Sicherungskasten im Motorraum ausbauen muss um richtig an die Scheinwerfer dranzukommen. In meinem 306 dagegen war so viel Platz, da konnte man den Boden sehen wenn man von oben in den Motorraum guckt!

Und was ist nun mit dem 206? Ne bittere Enttäuschung, das ist! Oder vielleicht auch nur wohlverdiente Rache für meinen damaligen Hochmut. Ich müsste da irgendwie ne Gummidichtung von dem Stecker abziehen, und so Sachen. Da sieht man auch halbwegs gut hin, ist bissl eng aber okay… Dachte ich mir. Tatsächlich ist kein (weicher Kunststoff-)Sicherungskasten im Weg, sondern der kalte, unbarmherzige Metallblock des Antiblockiersystems. Das kanns doch echt nicht sein, oder?

Zugegeben, zu meinen Vorfahren zählen zwar keine begnadeten Pianisten, weltberühmte Gynäkologen oder Meisterchirurgen – Aber die unförmigen Pranken eines Bilderbuch-Hufschmieds hab ich dann auch wieder nicht. o.o Aber dennoch sind meine Hände offenbar etwas zu gross. Nach ein paar Minuten hatte ich zwar rausgefunden aus welchem Winkel ich meine Hand in die Innereien meines Autos schieben muss und wie ich dabei die einzelnen Finger krümmen muss um an die Gummidichtung zu kommen ohne mir die Haut am ABS-Dingens aufzureissen – aber das wars dann auch schon. Zwei Minuten später erkannte ich, dass ich sogar eine Art Steckkontakt greifen kann, wenn ich meine Finger richtig falte – und wenn ich vorsichtig bin, kann ich sogar noch ein bis zwei Finger der anderen Hand von oben dagegendrücken um etwas mehr Kraft ausüben zu können. Aber dann irgendwie das Ding nach hinten wegziehen? Pustekuchen – wohin denn? Da ist ja direkt wieder irgendwas im Weg, in erster Linie mal meine eigene Hand.

Das kanns doch nicht sein, oder? Man muss so ne Lampe doch selbst wechseln können… Wo käme man denn da sonst hin. o.o Geht ja nicht, dass man für sowas zwingend die Hände eines extra-zierlichen und minderjährigen Asiaten braucht. Oder sich überschüssige Finger abschneidet, um besser Platz zu haben. Natürlich, die Werkstätten verdienen natürlich gutes Geld dran, wenn man seine Glühbirnen nimmer selbst wechseln kann, aber… nee… Also nochmal versucht! Immerhin, nach einigem an Gefummel geht die Gummidichtung ab und gibt den Blick auf zwei Drahtbügel frei, die es zu lösen gilt. Ja super, ich komm da eh schon ned hin und soll da noch Drahtbügel wegpfriemeln – wo nichtmal ersichtlich ist nach welchem System das gehen soll? Nach hinten drücken und aushängen? Zur Seite Wegbiegen? So gefühlsmässig geht beides nicht. Gut… ich hätte mehr Platz und mehr Übersicht, wenn ich erst den Stecker abziehen würde und die Gummidichtung weglege. Aber das geht wiederum nicht, weil der Stecker da so brutal fest draufsitzt, dass ich ihn so mit gichtig verkrampfter Hand ned abziehen kann. >.<

Nee, für heute gebe ich mich geschlagen. Aber mal ehrlich: Wie peinlich ist das denn bitte? Wegen sowas fährt man doch zu keiner Werkstatt!

PS.: Update! Habs doch hinbekommen. :3 War aber ne üble Fummelarbeit…

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5 Antworten to “Von Leuchtmitteln und Riesenpranken”

  1. gedankenknick Says:

    Immerhin fährst Du keine alte S-Klasse (wo zum Glühlampenwechsel schon mal der Motorblock rausgeschraubt werden musste), und hast scheinbar auch keine Xenon-Lämpchen drinnen (die per Definition nur die Werkstatt wechseln darf, um die automatische Höhenanpassung nachher neu zu kallibrieren). Insofern hast Du doch Glück!😉

    • labwolf Says:

      Naja, streng genommen sollte ich die Höheneinstellung jetzt zumindest mal kontrollieren bzw. kontrollieren lassen, aber… so nach Augenmaß passt das schon. ^^

      Aber: Motorblock rausschrauben, wegen nem Glühlampenwechsel? Bitte sag dass das eine leichte Übertreibung war. o.o

      • gedankenknick Says:

        Nein. Das ist S-Klasse! (Zugegeben, die alte. Und das Problem hat Daimler damals viel Ärger eingebracht. Aber es ist wahr.) Nobel geht halt die Welt zugrunde – und was nichts kostet ist nichts wert! Auch bei Autoreparaturen und Glühlampen…😀

      • labwolf Says:

        Ja aber… Wie unpraktisch und dämlich ist es denn, wegen sowas in die Werkstatt zu müssen? o.o Das ist einfach etwas, das ich gar nicht erst wirklich verstehen will. Man muss ja auch nicht unbedingt alles verstehen…

        Und von wegen „Was nichts kostet ist nichts Wert“: Ja, das merk ich grad wieder an der Summe die für neue Sommerreifen (und gebrauchte Stahlfelgen. Neue lohnen sich da ned und meine alten passen auf den Peugeot 206 nimmer). Wenn ich dran denke was man mit dem Geld sonst anfangen könnte. Aber klar, Aufziehen, Auswuchten, etc, das machen die ja auch ned aus reiner Menschenfreude und für umsonst – und Reifen sind ja nun auch nicht gerade nebensächliche Bestandteile an nem Auto.
        (Da wiederum kann ich nicht verstehen wer sich in irgendwelchen Warenhäusern nen kompletten Satz Reifen dubioser, unbekannter ostkoeranischer Hersteller für 60 Euro kauft.)

  2. Spirit Says:

    Achja, dieser ganze Stress mit dem Auto. Kosten hier kosten dort. Soviel Zeit und Ärger wie ein Auto heutzutage einbringt, wundert es mich, das doch so viele Menschen eines haben. Momentan gehöre ich auch noch zu diesen Leuten, doch nach dem Sommer möchte ich meines verkaufen, allen voran, weil ich einfach nicht davon abhängig bin.

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