Gesichtsgemetzel

Jaja, das klingt schon wieder nach so einem „LOL, was fürn Depp, zu doof sich ohne Blutbad zu rasiern!“-Eintrag. Nö. Naja, doch, aber so schlimm ists dann doch nicht. Also, warum ich grade blutend hier rumsitze, das kam so:

Eltern! Vor allem wahrscheinlich: Mütter! Tolle Sache, aber manchmal… Da wird man mal auf seine Rasiergewohnheiten (oder insgeheim auf sein – daheim, in den Ferien – eher stoppeliges Erscheinungsbild) angesprochen und antwortet wahrheitsgemäss, dass man sich eben nicht gern jeden oder jeden zweiten (oder dritten) Tag rasiert. Tatsächlich ist es so, dass ich mich nur vernünftig rasieren kann, wenn die Stoppeln eine gewisse, der Rasur förderliche, Länge erreicht haben. Jaaa, der spitzzüngige Rasierprofi mag nun entgegenen: „Ha! Kannst dich ja doch ned gscheit rasieren! FAIL!“. Aber vielleicht hab ich halt auch einfach nur so einen mordskrassen Bartwuchs dass da kleine Stahlseilchen sprießen, die erst eine Sollbruchstelle entwickeln müssen, was weis denn ich. Tatsache ist: Wenn ich, ein oder zwei Tage nach der letzten Rasur anfange da den nachwachsenden Bartschatten (Gut, ich gebs zu: Zu dem Zeitpunkt ist das kein Bart“schatten“ mehr…) vom Gesicht zu hobeln, dann geht das war, aber es fühlt sich – vor allem nachher – an, als hätte ich mein Gesicht mit nem Winkelschleifer oder sowas traktiert. (Gut, das mag vielleicht auch an meiner Rasierausrüstung liegen, aber dazu später mehr. Und es ist ja auch nicht so, als würde ich krampfhaft mit einem schartigen, an einem Backstein angeschliffenen Löffelstiel in meinem Gesicht herumschaben.) Also, wir waren bei Eltern und Müttern. Was machen die, um ihren Nachwuchs besorgt, aus dieser Aussage? Na, ganz klar: Der braucht ne komplett neue Rasierausstattung, da fragen wir erst garnicht lange, die schicken wir ihm einfach! […]

So, nun halte ich da also einen neuen Nassrasierer + Extra-Rasierklingen + passendes Rasiergel in Händen. Schon was vernünftiges, und überall steht groß „Sensitiv“ drauf und der Rasierer ist sogar batteriebetrieben, damit der einem schön ins Gesicht vibriert und so den Schervorgang unterstützt oder was auch immer. Super Sache. Nur: Ich hab sowas ja bereits! Auf der Packung von meinem stand zwar weder „Sensitiv“ oder „sensitive“ oder sowas drauf, aber trotzdem hat der immerhin mehr Klingen! Und wo wir schon bei den Klingen sind: Die neuen Klingen passen natürlich nicht auf meinen vorhandenen Rasierprügel und zweitens: Rasierklingen sind schweineteuer. Zugegeben – vielleicht wäre die tägliche Rasur ein butterweicher, sanfter und fast schon unanständig flutschiger Scherspass, wenn man alle zwei bis drei Rasuren neue Klingen verwenden würde. Das ist aber nicht wirklich eine Option. Ja, ich verwende so einen Klingenaufsatz so lange bis die Sache entweder zu unangenehm oder zu blutig wird. Oder beides. Und wenn das zur Folge hat, dass ich mich nur ein bis zweimal die Woche rasiere, je nach Bedarf und erforderlichem Erscheinungsbild – dann sei es halt so!

Das nur mal zur Erklärung. Vorhin habe ich nämlich zuminest dieses tolle, sanfte und gesichtsschmeichelnde Rasiergel ausprobiert. In Kombination mit meinem Bestehenden Rasurgerät mitsamt – wie gesagt – nicht mehr so frischer aber noch tauglicher Klingen.

Und da fängt der Spaß an: Das Rasiergel ist ja eigentlich ganz toll, etwas dicker und anhaftender als Rasierschaum, ergiebiger, kühlt irgendwie auch ein bissl, angenehm frisch… Schon ne schöne Sache. Das ermutigt doch gleich zu einer viel gründlichereren Rasur! Mit dem Strich, gegen den Strich, Diagonal und keine Ahnung wie noch. Mit 5 Klingen, mit der Klinge auf der Rückseite, Heidewitzka, was ein Spass!

Ja, nee. Das mit dem „schonend“ und so bedeutet anscheinend nur, dass man – wohl aufgrund der kühlenden Wirkung – nicht mehr wirklich merkt dass man sich grad ein bissl geschnitten hat. Also, nicht wirklich geschnitten, aber so gründlich rasiert dass es halt doch irgendwie blutet. Vielleicht kennt Ihr das ja. Tut erstmal auch nicht wirklich weh, nur der Rasierschaum wird so schön rot. Und das Wasser, wenn man sich nachher das Gesicht wäscht. Spätestens da setzt dann auch der Schmerz ein. Super, da hab ich mir in meinem Eifer und völlig ohne es zu merken das halbe Gesicht (gut, bissl übertrieben) blutig geschert. Also, vorsicht mit trügerisch-sanftem Rasiergel. Und stumpfen Klingen. Ist ja nix neues.

Ach, und besonders schön, gerade bei so umfassenden Verletzungen: Aftershave. Hach, ich liebe es. So ähnlich muss es sich anfühlen wenn man das Gesicht gehäutet und den Rest mit Salz gepudert kriegt. Wenn der Schmerz dann aber nachlässt und einer wohligen Wärme weicht…. So schön!

Was dieser Eintrag nun soll? Keine Ahnung. Mir war einfach zu einer unmöglichen Zeit danach, hier mal wieder was zu schreiben. Aus gegebenem Anlass.

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2 Antworten to “Gesichtsgemetzel”

  1. wolfsbau Says:

    1. Das wenigste, heute am Markt verfügbare Rasierequippment taugt zum rasieren. Zum rasieren benötigt man eine Klinge, die an der Vorderkante so fein ist, das das Haar bei Berührung abbricht. Das ist mit gewalzten Industrieklingen aber nur bei trockenen, sehr dicken Haaren zu erreichen. Sind die Haare durch Wasser und Seife aufgeweicht, funktioniert das nicht mehr. Das klassische Rasiermesser mit dem unerlässlichen Wetz-Leder ist durch industrielle Rasierwerkzeuge nicht zu ersetzen.
    2. Aftershave ist dermatologisch nicht zu empfehlen. Ursprünglich ein Desinfektionsmittel, dass kleine Verletzungen der Haut sterilisieren und somit Entzündungen vorbeugen sollte, enthält es heute dutzende von Additiven, die eine Entzündung begünstigen.
    3. Gegen den Strich rasieren ist ausgesprochen hautfeindlich. Weil das Haar über den gewalzten Industrieklingen nicht abbricht, wird es unter dem Druck des Rasierers aufgerichtet. Die dahinter liegende Haut wird angehoben. Bricht das Haar endlich unter dem Druck der Klinge ab, wird der dahinter aufgetürmte Hautberg von der nachlaufenden Klinge abgeschnitten und es entstehen diese zahllosen winzigen Blutungen, die den Schaum so schön rot färben und das Brennen nach der Benutzung von Rasierwasser verursachen. Das gekappte Haar wiederum versinkt mit der Schnittkante unter die Haut, wo es beim nachwachsen gegen den Rand der Pore drückt und weitere Reizungen der Haut verursacht. Nicht selten wird es durch den Druck der Schnittkante dann nach unten in die Haut gedrückt und wächst unter der Haut weiter.
    Wenn Deine Eltern Dir etwas Gutes tun wollen, lass Dir ein Rasiermesser mit Wetzleder und einen Rasierpinsel schenken. Die passende Seife gibt es in der Apotheke. Das kostet zwar so viel wie die Super-Sensitiv-Fünffachklingen für 2 Jahre, aber hält dafür bei guter Behandlung den Rest Deines Lebens, und dann rentiert sich das doch wieder, oder?
    Ein gutes Rasiermesser erkennst Du daran, das die Klinge, wenn man sie flach auf den Nagel des Daumens drückt, nachgibt. Fährt man mit der Klinge über die Haare des Unterarmes, dann brechen die Haare, ohne dass es ziept.

  2. gedankenknick Says:

    Also den bisher besten Rasierer, den ich so gefunden habe, ist ein „Wegwerfteil“ in grün-weiß, mit Doppelklinge und einem kleinen Knopf oben, mit dem man den Spalt zwischen den Klingen via einem kleinen Schieber sauber machen kann. Die Teile sind im Verhältnis super preiswert, und die halten (bei mir) weit länger als viel teurere Wechselklingen, egal ob mit 3, 4, 5 oder 6 Klingenteilen drin…

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