Von Handwerkern geweckt

Wie bereits angedeutet, ist das mit dem Abfluss vom Spülbecken ja so eine Sache… Gelegentlich blubbert fremdes Spülwasser aus dem Abfluss ins Spülbecken, und in Gegenrichtung tut sich auch nicht viel. So ein halbes Becken fliesst brav ab, dann wars das. Der Rest versickert eher gemächlich innerhalb einer Stunde. Oder über Nacht. Oder, wie seit vorgestern, gar nicht mehr.

Weil ja schon das langsame Ablaufen kein besonders schöner Zustand ist und weder kochendes Wasser noch zwischen homöopathisch und absurd schwankende Mengen an Rohrreiniger zu einer Verbesserung der Situation führten (Nein, einen „Pümpel“ nenne ich nicht mein eigen), sagte ich also vor einer Weile mal dem Hausmeister bescheid. Man einigte sich darauf, dass sich das mal ne Firma ansieht. Am besten an einem Freitag – da hab ih keine Vorlesung und bin daheim. So. Nun dachte ich ja eigentlich, dass da ein möglicher Termin vereinbart wird und man mir dann auch nochmal kurz bescheid gibt wann (also welcher Freitag und ev. wieviel Uhr) ich mit Handwerkerbesuch zu rechnen habe. Aber offenbar wird das eher überbewertet. […]

Stattdessen wurde ich heute vormittag durch heftiges Klingeln und Klopfen geweckt. Klar… ich hätte früher aufstehen können, aber… Es ist ja praktisch Wochenende… Und Studenten… Und überhaupt. Doof. Sonst hätte ich ja auch gerne in der Küche ein wenig mehr Platz und etwas Ordnung geschaffen, damit man sich da schön austoben kann und alles.

Aber so? So komme ich, verschlafen, zu dem Entschluss, dass das an der Tür wohl eher nicht die Polizei ist (um mir meine Bachelor-Urkunde zu rauben, die ich ja eigentlich nicht haben sollte weil das natürlich nur ein Fehler des Prüfungsamtes ist) sondern eher Leute die sich um den Abfluss kümmern sollen. Also aus dem Bett rumpeln, Lebenszeichen und ne Bitte um nen Moment Geduld in Richtung der belagerten Tür äussern, in der Eile schnell nen Bademantel greifen und dann doch mal, verschlafen und akut koffeinunterversorgt die Tür öffnen bevor sich die Leute wieder verziehen und mich mit meinem kaputten Abfluss zurücklassen.

Alles nicht so optimal. Ja, lieber Hausmeister, ich bin freitags daheim, sieht man ja, aber… nun gut. Passt ja. Hey, ich erfülle hier nur ein studentisches Klischee (und mache meinem „Heimatland“ gewiss grosse Schande), da braucht der Lehrling garned so komisch zu schauen. Mir macht es auch ned so den Irrsinns-Spass so spontan und im Bademantel von Hausmeister, Handwerker und Lehrling überfallen zu werden. Zugegeben, auf so ein Szenario kann man ganze Filme aufbauen – aber das muss ja trotzdem nicht sein.

Immerhin, zwei ausgehängte Türen später wird munter am Abfluss herumgefuhrwerkt. Irgendwie drängen sich mir da gerade Darmspiegelungsvergleiche auf (zumindest würde man die am Abfluss eingesetzten Gerätschaften definitiv nicht gerne in der Praxis eines Proktologen sehen), aber das wäre dann eben keine Darmspiegelung sondern ein besonders bestialischer Mord. Aber auch logisch dass meine Versuche mit Abfluss-Frei nicht viel bringen, wenn da schon meterlange und motorbetriebene Spiralen mit lustigen Aufsätzen zum Einsatz kommen müssen.

Aber: Jetzt tut das alles wieder so wie es soll!🙂

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8 Antworten to “Von Handwerkern geweckt”

  1. Gedankenknick Says:

    Was wäre denn eine Studentenbude, wenn sie nicht zumindest Teilweise das Studentenbudenklischee erfüllen würde?

    Ich kann mich noch erinnern, dass ich damals einen Bekannten samt Freundin zu mir eingeladen hatte, mein Wohnklo mit Kochniesche zu besichtigen – welches ich natürlich vorher in ein halbwegs betretbaren Zustand versetzt hatte. Und als ich grad in der Küche den Korken der Weinflasche schiedsrichten ließ, ob der Korkenzieher verdrehter ist als ich (ich habe gewonnen), höre ich aus meinem Wohn-Ess-Schlafzimmer leise die männlche Stimme tönen: „Siehst Du! Kann man doch aushalten. Was Du immer hast! Stinken tuts auch nicht!“ ….😀

    Immerhin hast Du nen Bademantel angezogen. Nen Furry-Kostüm hätte den Lehrling sicher noch erstaunter gucken lassen…😉

    • labwolf Says:

      *g* Ja, wenns nicht stinkt ist das immerhin schon mal etwas. Wobei das trügerisch sein kann – an den eigenen Wohnungsgeruch gewöhnt man sich ja mit der Zeit. Ich bekomme hier ab und an mal gesagt dass es hier deutlich (aber nicht unangenehm) nach Kaffee riecht – ich selber merke das schon gar nicht mehr. ^^

      Und ein Kostüm hab ich nedmal, da besteht also kein Grund zu Besorgnis. ^^ Vielleicht hat aber auch schon einfach der studentische Gesamteindruck gereicht. Komischer Typ der um die Zeit noch nedmal wach ist und im Bademantel an die Tür geht (aber dafür gibts die Dinger doch?), komische Stoffwechselwege aufn Kühlschrank gemalt hat und… ja, der (manierliche, um das sicherheitsalber mal anzufügen) Wandschmuck ersetzt dann wohl das Furry-Kostüm. *g*
      Aber wenn das das merkwürdigste war was der Lehrling bisher zu Gesicht bekommen hat, dann kann er wohl noch froh sein.😉

    • Gedankenknick Says:

      Labwolf – nicht dass ich falsch verstanden werde. Die Furry-Szene ist nicht meins, aber die ist doch (fast immer) nett und knuffig. Da gibt es viel schlimmeres (habe ich gehört…) Und solange die Bilder an der Wand jugendfrei sind, ist es doch kein Problem… da hab ich auch schon Sachen gesehen, die ich von „ach gottchen“ bis „einfach bäh“ einstufen würde.

      Immerhin – dass man im Zeitalter des Internet mit sowas noch einen Lehrling verunsichern kann, ist doch eher positiv erstaunlich. Mit meiner – naja, geringfügig größeren – Lebenserfahrung würde ich wahrscheinlich nicht mal ne Augenbraue hochziehen, wenn jemand im Bademantel – mit Furry-Art an der Wand – mir die Tür öffnen würde. (Aber derjenige dann mit nem Kostüm an – wär das bei mir vielleicht auch anders….)😀

      • labwolf Says:

        Ja, die Bandbreite an Dingen die einem da unterkommen kann ist schon erstaunlich (was aufs Internet im allgemeinen ja ebenso zutrifft). Und was die Bilder an der Wand betrifft: Das passt alles, ich müsste hier keine Ausweiskontrolle an der Wohnungstür vornehmen. Dachte nur ich erwähne das mal, man weis ja nicht was andere sich da automatisch so vorstellen. Wie gesagt, es gibt da alles mögliche und unmögliche.😉

        Und ich weis ja nedmal was genau den Lehrling so gewundert hat. Das kann auch einfach die Gesamtsituation gewesen sein, oder die Tatsache dass er seit x Stunden auf den Beinen ist, ich aber dreisterweise bis eben gepennt habe. ^^

      • Gedankenknick Says:

        Das mit dem „etwas späteren“ Aufstehen… musst nur sagen: „Grad vor 2h hingelegt – blöde Nachtschicht“, und schon ist die Welt wieder gerade…

        Aber schon zu meiner Studienzeit witzelten wir über uns selber: Warum stehen Studenten immer schon um 7Uhr auf? – Weil um 8.00Uhr „Extra“ zu macht!😉

      • labwolf Says:

        „“Grad vor 2h hingelegt – blöde Nachtschicht”“

        Das wäre natürlich DIE Idee gewesen! Na, jetzt weis ichs😉

    • wolfsbau Says:

      Möglicher Weise war er enttäuscht, das Du _nicht_ im Ganzkörperpelz die Tür öffnetest, sondern nur im Bademantel und war nur erstaunt, wie schnell Du aus dem Kostüm heraus gekommen sein musst.
      Ich habe als Azubi auch mal Leuchten in die Decke des Schlafzimmers eines Steuerberaters einbauen müssen, während dieser mit seiner Gespielin im Bett darunter lag.
      In der Wohnung einer alleinstehenden Dame lernte ich etwas über Sodomie, als Bello, offenbar irritiert, aber gehorsam, aufsprang, während Frauchen nur mal schnell unter dem Geschirrspüler sauber machen wollte.
      Und das in einer Frau auch ein kleiner MagGyver steckt, lernte ich anhand eines Kleiderbügels, etwas Verbandsstoff und einem Kondom.

      • labwolf Says:

        Klar – das an die Tür gehen hat ja nur deswegen so lang gedauert weil ich noch in Windeseile kistenweise kompromittirendes Material wegschaffen musste. Logisch.

        Das mit dem Steuerberater… Also das geht doch nicht o.O (Wobei der Rest ja nun auch nicht so 100 % der Normalität entsprechen dürfte)
        Zu der Kleiderbügelsache: Da fällt mir eine durchs Netz geisternde Geschichte unbekannten Ursprungs mit Klobürste, Frischhaltefolie und Klebeband ein. Muss toll sein wenn dann der Stiel abbricht. *g*

        Jedenfalls: Der durchschnittliche Handwerker hat gewiss schon seltsameres/befremdlicheres Gesehen als meine Behausung bzw. mich im Bademantel. Also passt das. ^^

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