Als ich mal kurz kein Student mehr war…

Okay, zugegeben: Das ist mir ja eigentlich schon mal passiert. Kein Student mehr gewesen zu sein. Aber dieses mal war es um einiges kürzer und weniger unrühmlich als damals.

Wie bereits mal beiläufig erwähnt, hab ich ja nun doch meinen Bachelor errungen. „Das Foto“™, das damit irgendwie verknüpft ist, existiert zwar noch nicht, aber ich hab da so einen Zettel wo draufsteht, dass ich die Bachelorprüfung bestanden hab und diese und jene Noten habe – der aber trotz Unterschrift, Stempel und im zweiten Anlauf sogar richtig geschriebenem Namen kein Zeugnis ist. Mein richtiges Zeugnis kann ich mir wohl jetzt im Oktober irgendwann abholen. Scheint also wirklich so zu sein…

Also nun: Bachelor. Of Science. FH. Fertig. Abschluss. Moment… Fertig? Nein, irgendwie nicht. […] Ich konnte es ja nicht lassen und hab mich auch noch für nen Platz im Masterstudiengang Biotechnologie beworben. Und wurde auch genommen. Nun hat sich das alles aber ziemlich gedrängt. Organisatorisches Chaos noch bevor überhaupt wirklich feststand dass ich hier meinen Master mache und noch bevor ich meine mündliche Prüfung hatte, entsprechend weit vor Ende der Einschreibefrist, lief an der FH – von mir weitgehend unbemerkt – die ganze Organisationsmaschinerie an.

Ich war derweil noch vollauf mit dem Kolloquium und den damit einhergehenden Riten beschäftigt: Vorbereiten, verzweifeln, vorbereiten, ins Prüfungsamt rennen und die Prüfungsakte abholen (also einen versiegelten braunen A4 Briefumschlag, alles ganz mystisch und geheim), damit zum Kolloquium antreten. Manche der in dem Umschlag enthaltenen Formulare sind für die Prüfer, andere wiederum für mich. Darunter auch eine Kopie der Kopie von der Kopie eines offenbar per Kartoffelstempel angefertigten Originals. Und zwischen den einzelnen Kopiervorgängen hat da wohl noch ein tuberkulöser Student partikelreich draufgehustet. Zumindest wirkte dieses Formular, das später noch eine grosse Rolle spielen sollte, so.

Nach bestandenem Kolloquium wieder mit einem Haufen Papier ins Prüfungsamt, die wieder versiegelte Prüfungsakte abgeben, damit die meine Noten eintragen können und all das. Damit ich dann mein Zeugnis bekommen kann. Angeblich. Aber dann war erstmal Wochenende. Yay!

Nach diesem – freien! Man glaubt es kaum! – Wochenende also wieder ins Prüfungsamt. Mit dem Willen, mich erst zu exmatrikulieren und anschliessend wieder für den Master zu immatrikulieren. Also praktisch eine Um-Matrikulation. Oder ein Rematrikulieren. Jedenfalls etwas, das recht schmerzhaft klingt und einen so ein bissl an Folterkeller und Zahnarzt-Utensilien denken lässt.

Jedenfalls musste ich mich erstmal, nach bestandener Bachelorprüfung, exmatrikulieren. Was auch nach einem strengen Ritual abzulaufen hat. Naiverweise dachte ich ja, ich könnte da einfach mit meinen Formularen und Laufzetteln ins Studentensekretariat marschieren, aber… Nein. So einfach wars auch nicht. Okay, natürlich konnte ich das, aber da verkündete man mir nur, dass ich zunächst mal eine Unterschrift aus der Fachschaft bräuchte damit die Exmatrikulation – und damit das Ausfüllen des nächsten Laufzettels – erfolgen kann. Also ab in die Fachschschaft. Personal- und Studentenausweis vorgelegt, Fachschaftsstudent schaut in einer  komischen bunten Tabelle nach und unterschreibt den Zettel. Was das soll, keine Ahnung. Wahrscheinlich damit sich nicht einfach jeder x-beliebige Mensch exmatrikulieren lassen kann. Könnte ja jeder daherkommen! Widerrechtliche Exmatrikulation ohne vorher immatrikuliert worden zu sein, das ist sicher ein besonders schändliches Verbrechen. Dann also weitere Unterschriften in Prüfungsamt (wieder!) und Bibliothek (wo mich nur ein Zettel davor bewahrte, dass mein Bibliotheksausweis für 2 Tage gesperrt wird) eingeholt. Und von einer mir bis dato unbekannten Frau, mit der ich auch noch nie etwas zu tun hatte, die aber offenbar auch unterschreiben muss.

Dann wieder ins Sekretariat und dann… Tja. Dann war ich tatsächlich auf einmal kein Student mehr. o.o

Allerdings nur für ein paar Sekunden, dann hielt ich schon wieder einen neuen Studentenausweis in Händen. Gleiche Matrikelnummer und alles, nur eben diesmal mit dem angestrebten Abschluss „Master of Science„.🙂

So ist das. Nach ein bissl hin und her konnte ich noch in einer Woche Heimaturlaub das Chaos etwas hinter mir lassen (und davon gibts hier nicht gerade wenig), und letzte Woche gings dann auch so langsam los. Wenig Arbeit wird das ja grade nicht, aber mal sehen…

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3 Antworten to “Als ich mal kurz kein Student mehr war…”

  1. wolfsbau Says:

    Sehr seltsam. Was wäre denn gewesen, wenn Du Dich nicht exmatrikuliert hättest? Bei mir ging das seinerzeit ganz automatisch, weil ich mich für keine neuen Studiengänge mehr eingeklebt hatte.

    • labwolf Says:

      Dann wäre ich automatisch zum Ende des Wintersemesters 12/13 exmatrikuliert worden (für das musste ich mich ja nochmal rückmelden, weil die Abgabe der Bachelorarbeit und das Kolloquium grade knapp in dieses Semester fielen).
      Dann wäre ich aber so gut wie ein ganzes Semester „umsonst“ eingeschrieben und hätte mit dem Master auch erst im Sommersemester 13 anfangen können und nicht schon jetzt. Daher die manuelle Exmatrikulation, damit ich mich direkt wieder einschreiben kann.

      • Schlafspelz Says:

        Selbst wenn man noch im August das Kolloquium hatte, musste man sich exmatrikulieren und dann neu einschreiben. Und das Bachelorzeugnis, muss man sobald man es vom Prüfungsamt bekommt zum Studierendensekretariat bringen… nicht, dass die das auch vorher sehen könnten oder so. Manchmal bekommt man den Eindruck, die FH lebt von der Bürokratie.

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