Krank. (Teil 2)

Nun, am frühen Nachmittag einen Arzt in Jülich zu finden erwies sich dann doch als komplizierter als erwartet. Zweimal Anrufbeantworter, einmal nur nach Terminvereinbarung – und da ginge heute eh überhaupt nix mehr. Hm, dabei wär ich schon gern heute noch zum Arzt gegangen. Jaja, so ist das mit dem faulen Studentenpack – erst liegen sie ewig mit an die 40 °C Fieber faul im Bett herum, und wenn ihnen mal einfällt dass man ja doch mal nen Arzt aufsuchen könnte, so zur Abwechslung, tja dann muss es natürlich schnell und am besten gleich hier jetzt sofort gehen. Typisch.

Bei einer leicht ausserhalb gelegenen Praxis entschloss ich mich dann zu einer etwas unorthodoxen Vorgehensweise: Gar nicht erst anrufen (um sich womöglich sagen zu lassen dass das Wartezimmer schon überquillt vor lauter halbtoten Patienten) sondern direkt hinfahren, in der Hoffnung dass sie einen dann auch nicht gleich wieder wegschicken. Ging sogar. Die Sprechstundenhilfe hätte mich zwar auch am liebsten auf den nächsten Tag vertröstet, hat dann aber doch gnädig meine Personalien aufgenommen und mich ins Wartezimmer geschickt. Und siehe da: Keine fünf Minuten später komm ich auch schon dran.🙂 […]

Grosse Augen ob meiner Temperaturen und den Mengen an Paracetamol die ich zu mir nehme – da wird man was anderes finden müssen, denn mehr als 4 g am Tag sollte man ja auch ned, etc. Und meine Lunge hört sich verdächtig an. Fortan gibts also Ibuprofen gegen das Fieber und Moxifloxacin gegen das was sich da wohl in meiner Lunge breitmacht (sowie eine Krankschreibung, denn so „kann, soll und darf“ ich nicht arbeiten). Wenns ins zwei Tagen ned besser ist, sollte ich nochmal vorbeikommen um „die Diagnostik zu erweitern“.

Also noch weiter im Bett dahinvegetiert mit dem Fieber gerungen. Besserung? Naja… Es wurde zumindest nicht schlechter? Und was die Ibu 600 betrifft… Da darf man ja auch nur 4 am Tag nehmen, so ne tolle Verbesserung ist das nicht. Also, so im Nachhinein wars wohl nicht verkehrt nochmal zum Arzt zu gehen. Die Erweiterung der Diagnostik beinhaltet nicht nur das Abnehmen von Blut und ne Überweisung zum Radiologen, sondern auch hinterrücks gewürgt zu werden. Wegen der Lymphknoten. ^^

Letztendlich hat sich das alles dann als Lungenentzündung links unten herausgestellt. Super. Oh, und was neues gegen das Fieber! Irgendwelche Tropfen, die auch bei Tumorschmerzen (!) verabreicht werden und offenbar das Potenzial besitzen jemandem der irgendwelche Allergien hat (also, nichtmal gegen das Medikament an sich) in lebensbedrohliche Zustände zu versetzen. Überhaupt sind Beipackzettel eine tolle Lektüre. Gut zu wissen dass die Taubheit (die das Antibiokum auslösen kann) meist reversibel ist. Und auch einen anderen Rat werde ich beherzigen und nicht mehr Autofahren wenn ich das Bewusstsein oder mein Sehvermögen verliere. Ich fahre ja eh nur höchst ungern blind. (Ja, schon klar dass das nicht ganz so gemeint ist😛 )

Na immerhin, das Antibiotikum zeigte dann auch langsam Wirkung, und die fiebersenkenden Medikamente auch. Und am schönsten geht das Fieber runter wenn man tüchtig schwitzt. Oder schwitzt man tüchtig wenn das Fieber schön runtergeht? Keine Ahnung, aber es macht nicht sonderlich viel Spass mitten in der Nacht das Bett neu zu beziehen und sich innerhalb von wenigen Stunden dreimal umziehen zu müssen weil alles nass ist. Nicht einfach nur feucht verschwitzt, nein. Nass. Nass wie „aufwachen und spüren wie einem Schweißtropfen die Beine hinunterlaufen“. So arg war das noch nie, soweit ich mich zurückerinnern kann.

Der beste Moment in dem ganzen Elend der Krankengeschichte war aber die Bemerkung von einem Freund, der mal angerufen hat als ich noch nichtmal beim Arzt war. „39 Fieber? Hrm… Tja, da brauchst du Honig.“

Honig.

Und weil das noch nicht reicht: Klar, Paracetamol hilft ja nicht. Gut, ausser man glaubt halt daran. Nein, Honig muss es anscheinend sein. Gut, das mit den antibakteriell wirkenden Stoffen im Honig ist nicht an mir vorübergegangen, aber eigentlich bin ich dann doch eher der willige Sklave an der kurzen Leine der üblen Pharmaindustrie und schlucke artig mein Paracetamol oder Ibuprofen und mein Antibiotikum und all das. Da weis ich was ich hab, und verderbe mir nicht den Magen mit einem halben Glas Honig. Kann mir nämlich vorstellen, dass man davon ganz schön viel zu sich nehmen muss. Und da dachte ich noch, es wäre eine Erkältung, keine Lungenentzündung! (Überhaupt glaube ich, dass es in der Hölle einen ganz besonderen Ort für diejenigen gibt, die eine Lungenentzündung ernsthaft mit Honig behandeln wollen.)

Andererseits, es ist ja lieb gemeint. Kann man auch nix dagegen sagen. (Und während ich das hier schreibe hat er mir tatsächlich ein Glas Honig vorbeigebracht. o_o *langsam Angst krieg*)

Jedenfalls… Naja. Hab ich hier doch mal nen Arzt gebraucht. Und zwei Wochen nicht gearbeitet. >.< Aber gut, laut Kolleginnen und Chefin ist das auch kein Weltuntergang und ich soll mich bloss richtig auskurieren. Nur hoffe ich ja doch dass mir die Zeit nicht am Schluss irgendwann fehlt… Wobei, in dem Fall hätte ich ja gute Chancen ne Verlängerung des Bachelorprojekts um diese zwei Wochen genehmigt zu bekommen? Na, aber das sehe ich dann wenns soweit ist.

Erstmal zusehen dass sich meine Lunge wieder erholt. Immerhin hab ich jetzt ja auch ein Bild von der. Ist ja auch was schönes.

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2 Antworten to “Krank. (Teil 2)”

  1. gingerwolf Says:

    Pfeifst du jetzt aus dem letzten Lock ..ähh Lunge ?

    gute Besserung auf jedenfall🙂

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