Krank. (Teil 1)

Eigentlich hätte ich mir ja gleich denken können dass da irgendwas nicht ganz in Ordnung ist. Üblicherweise werde ich ja von den Geräuschen des Weckers wach – nicht davon dass ich unter meinen Decken vor Kälte zittere. Aber gut, Heizung aufdrehen, noch fester einmummeln und das reicht dann bis zum Wecksignal. Sicherheitshalber vielleicht noch bissl Paracetamol naschen, das passt dann schon – es ruft ja immerhin die Arbeit.

Husten, leichte Kopfschmerzen? „Na“, dachte ich mir, „das wird halt wieder meine übliche Herbst-Erkältung sein die sich da ankündigt.“. Hab ich jedes Jahr, ist alles halb so wild. War ja – zumindest gefühlsmässig – kein Fieber dabei. Dachte ich zumindest. Abends sah das dann schon anders aus, unter 39,4 (39,36)¹ °C kam ich da auch nach 2x 1 g Paracetamol nicht. Langsam kam mir da dann doch der Gedanke ob ich tags darauf nicht vielleicht zumindest am Vormittag daheim bleiben sollte. […]

Tags darauf wurde es dann auch nicht wirklich besser. Wobei… Doch, ich war sogar mal kurz auf 38(,05) °C runter – nur um mich dann später wieder den 40 °C anzunähern. Im Institut wollten sie mich auch nicht haben – ich solle mich erstmal auskurieren, etc. Und bevor ich noch alle anstecke. Mit insgesamt recht vielen Ausrufezeichen, aber erfreulicherweise immer weniger als 5 direkt hintereinander. Ist halt nur dumm, weil man mir noch ein paar Sachen zeigen wollte, denn die darauffolgende Woche sind gleich zwei Kolleginnen im Urlaub und da müsste ich dieses und jenes dann selber machen, etc. Allerdings: Gesund werden klingt auch nicht verkehrt, vor allem wenn man gar so elend im Bett liegt und man zu überhaupt nichts mehr in der Lage ist. Ausser vielleicht Fieber messen, mit viel Willenskraft und Wehklagen. Zum Arzt gehen, wie von meinen Eltern vorgeschlagen? Papperlapapp, ich hab halt meine übliche Erkältung und hab hier jetzt die ganze Zeit keinen Arzt gebraucht und überhaupt! So schlimm ists doch ned…

Das sollte sich ändern als mir mein treues Thermometer eine halbe Stunde nach dem letzten Gramm Paracetamol immernoch fröhliche 40,0 °C anzeigte.Irgendwie ist das ja auch nicht so die optimale Wolfsbetriebstemperatur, schätze ich. Also gut, suchen wir uns einen Arzt, Dienstagnachmittags.

„Das Internet“ zeigte mir zwar erstmal eine überaus hohe Anzahl an Ärzten in Jülich, aber als mir dann klar wurde dass ich mit meinen Symptomen wohl keinen Zahnarzt aufsuchen muss, da wurden es schon weniger. Tierärzte, Gynakologen und Physiotherapeuten sind vielleicht auch nicht so das richtige, dachte ich mir. Hm, was taten die Leute eigentlich bevor es das Internet gab? Liefen sie wehklagend auf die Strasse hinaus, bis sich ein zufällig vorbeikommender reisender Quacksalber ihrer erbarmt? Nein, in die Hände eines selbsternannten Rübendoktors², der die wundersamsten Aspekte aus Landwirtschaft und Scharlatanerie vereint, möchte ich dann auch nicht fallen.

Aber hier im Regal stehen doch noch die sogenannten Gelben Seiten! Da müssen doch sicher Ärzte drinstehen, mindestens so seriöse wie „im Internet“! So schnappte ich mir dieses Büchlein und das Telefon und begann meine Suche nach einem Arzt…

Wird der Autor jemals wieder gesund? Und was hat er eigentlich?

Welche grauenvollen Hindernisse stellen sich ihm noch in den Weg und welche wundersamen Arzneien verabreicht man ihm? Stimmt es dass er schon eine Woche keinen Kaffee mehr getrunken hat?

Die Antworten erfahren Sie – beizeiten – in „Krank. (Teil 2)“

¹: Wir erinnern uns: Mein wunderbargenialtolles Fieberthermometer hat nicht nur eine flexible Spitze, sondern zeigt auch zwei Nachkommastellen an – während laut Anleitung die Messgenauigkeit 0,1 °C beträgt. Über sowas hätte mein früherer Mathe/Physik-Prof sicher 5 bis 7 Minuten schimpfen können.

²: Mit Rübendoktordiplom, selbst ausgedruckt und in Comic Sans verfasst.

Advertisements

Schlagwörter: , ,

2 Antworten to “Krank. (Teil 1)”

  1. cirrus Says:

    Wieso ist der Veterinär für Wölfe nicht das Richtige? Mit etwas Glück hättest Du vielleicht sogar die Dame aus einem Deiner letzten Blogs getroffen die sich gleich noch etwas Studienmaterial gezapft hätte.
    Jedenfalls: gute Besserung.

    • labwolf Says:

      Danke

      Nee, so verzweifelt war ich doch noch ned. Bei den Tierärzten hätte ich es dann versucht, wenn mir die Humanmediziner ausgegangen wären.

      Da musste es dann (statt dem „zapfen von Studienmaterial) auch reichen dass der Arzt, als es an die Überweisung zum Radiologen ging, in das Suchfeld (wohl dank Auto-Vervollständigen oder so) zunächst Reproduktionsmedizin eingab. Das war dann aber doch nicht ganz das richtige.
      Obwohls ja reproduktionstechnisch und so bei 40°C Fieber auch nicht mehr weit her ist…

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s


%d Bloggern gefällt das: