Von Waffeleisen…

… und womöglich auch anderen Küchengeräten. Eine etwas ältere Geschichte, die sich etwas dahingezogen hat – und äusserst seltsam ist. Also, zumindest mir scheint sie so (und eigentlich nicht nur mir…). Denn, das sollte man immer im Hinterkopf behalten: Es geht schlicht und ergreifend um ein Waffeleisen!

Erstmal ist wohl etwas Vorgeplänkel nötig. Und ich beginne da gleich mit einem Geständnis: Ich mag Waffeln. (So, jetzt ists raus…) Sie schmecken mir und ich esse sie gerne, die Waffeln. Ja, meine Güte, ist halt so, kann ich ned ändern. Da braucht man jetzt bitte garned übermässig entsetzt sein deswegen. Aber die Sache hat ja noch so nen kleinen Haken… Ihr kennt doch sicher die fertigen Waffeln, üblicherweise rechtecktig, die man im Supermarkt kaufen kann, ein Folie eingepackt und ab und an vielleicht mal geniessbar oder zumindest verzehrbar, aber so richtig schmecken tun sie mir nicht. Nein, ich bin so ein wählerisches Aas, das wölfische Leckermaul bevorzugt frische, selbst gebackene Waffeln. So verzogen und verdorben bin ich. Wobei, das mit der Verdorbenheit geht ja noch weiter, wie sich später herausstellen sollte…

Jedenfalls: Yay für selbstgemachte Waffeln. Da sind wir uns hoffentlich alle einig. Okay? Nun wachsen die aber nicht einfach so auf Bäumen oder Waffelsträuchern, man muss sie – wie bereits angedeutet – selbst backen. Gut, irgendwer muss das tun, aber da ich hier oben bedauernswerterweise niemanden habe der mir Waffeln macht (Ja, an dieser Stelle darf aus Mitleid geweint werden), muss ich mich da eben selbst drum kümmern. […]

An und für sich koche und backe ich ja recht gern (was sicherlich auch schon wieder bedenklich ist), also werde ich wohl auch Waffeln hinbekommen. Vorraussetzung dafür ist allerdings, ihr ahnt es schon, ein Waffeleisen. Wer hätte das gedacht… Irgendwann, lange vor Weihnachten, als ich mit meinen Eltern telefonierte, erwähnte ich das dann halt mal. So von wegen Waffeln und Waffeleisen, ganz hinterfotzig mit der Absicht mir eines zu Weihnachten schenken zu lassen, durchtrieben und gemein wie ich eben so bin.

Tja, und damit, mit dem geäusserten Wunsch nach einem Waffeleisen, fing es dann an. Denkt doch bitte mal nach: Wenn euch jemand sagen würde, er hätte gerne ein Waffeleisen (Weil Waffeln = nom und so weiter), was würdet ihr dann – wenn vielleicht auch nur so ganz dumpf – vermuten?

  • A: Widerlich! Wie kann man nur Waffeln essen?! Oder
  • B: Hm, okay. Da mag halt wer Waffeln backen. Oder
  • C: Jaja, verarschen kann ich mich selber, du und Waffeleisen… Tss… Oder vielleicht
  • D: Waffeln? Der Typ muss doch schwul sein…

Na? Meine Mutter – die, das sei hier auch mal gesagt, bisweilen eine immense Phantasie an den Tag legen kann – schien ziemlich mit Variante D zu liebäugeln. Ernsthaft! Zwar nur so in Form von mehr oder auch mal weniger vorsichtigen Andeutungen, aber hey, ich kenne meine Mutter nun schon lange genug um das richtig zu interpretieren! Da wurde sogar irgendein entfernter Verwandter bemüht der ja Bäckermeister ist (und das geht ja auch so in die Richtung, irgendwie), und der hat nicht geheiratet und naja und überhaupt… Dass ich mir dann ein lang anhaltendes Lachen nicht verkneifen konnte – denn wie bitte kommt man, ausgehend von einem Waffeleisen, auf sowas? – machte die Sache dann wohl auch nicht besser.

Gut, ich wunderte mich, holte zweite und dritte Meinungen ein um diesen Gedankensprung eventuell nachvollziehen zu können und dann verlief das auch irgendwie so im Sande… Aber man kann schon an dieser Stelle sagen: Passt bloss auf mit Küchengeräten! Zugegeben, ich kenn mich da ja auch ned so aus, vielleicht hätte ich wissen müssen dass der Wunsch nach einem Waffeleisen erwiesenermassen ein deutliches Anzeichen für Homosexualität ist oder so, keine Ahnung. Ich gebe ja zu, Waffeln backen ist jetzt nicht gerade die maskuline Beschäftigung schlechthin, anders als Bäume fällen, Schweissen oder Hufeisen schmieden. Aber trotzdem…

Die Sache an sich geriet jedoch nicht in Vergessenheit und nun, nach Weihnachten, bin ich – ja, ich gebe es ja zu! – stolzer Besitzer eines Waffeleisens. Nicht nur eines gewöhnlichen Waffeleisens, nein, eines Doppelwaffeleisens! Also quasi Extra-Schwul. (Gut, es ist nicht pinkfarben. So eines wollte ich eigentlich, nach dem ganzen Theater…) Nur dass – nach all dem anfänglichen Theater – dieses Thema gar nicht mehr aufkam. Nein, alles ganz banal, Waffeleisen um Waffel zu backen weil die halt schmecken, etc. Nun ja…

Aber das alles wirft natürlich die Frage auf wie es nun mit anderen Küchengeräten aussieht – wenn schon aus einem Waffeleisen solche Schlüsse gezogen werden! Gut, bei Sachen wie einem Toaster oder einer Kaffeemaschine – beides ja ganz banale Küchengeräte – würde ich jetzt keine tiefere Bedeutung vermuten, aber andererseits: Das habe ich beim Waffeleisen ja auch nicht… Was ist nun mit elektrischen Kaffeemühlen? Pürierstäben? Knoblauchpressen? Oder gar Milchaufschäumern?! Ja, gibt es vielleicht sogar eine art offizielles Küchengeräte-Äquivalent zum Tüchercode? Und jeder der meine Küche sieht denkt sich dann alles mögliche? Kann mich da ggf. bitte jemand aufklären?

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13 Antworten to “Von Waffeleisen…”

  1. cirrus Says:

    Vermutlich ist es nicht das Waffeleisen alleine, sondern die Kombination.
    – Jahrelang keine Freundin zu Hause vorgestellt …
    – diverse mehr oder weniger seltsam anmutender Freunde …
    – Regelmäßiger Besucher auf fragwürdigen Veranstaltungen (EF) …
    – Abends beim stricken mal CSI gesehen (siehe TV-Programm von heute😉 )
    – ein unüberschaubares Konvolut an eindeutig schwulen „Kunstobjekten“
    – eine offenbare Affinität zu Plüschtieren …
    und vermutlich hast Du Disney im Video-Regal zu stehen statt Chasey Lain
    Da ist das Waffeleisen nur die Spitze des Eisberges.
    Selbst Jamie Oliver musste irgend wann zum Fisch aus alten Zeitungen eine aufreizende Gespielin servieren, um die Schar der Verehrer wieder los zu werden. Dass die Elite der Küchenschaben überwiegend männlich ist, fällt dem gemeinen Fernsehkonsumenten dabei nicht auf, haben sich doch Tilli und ihre devote Hausfrauenmafia im Rahmen der Gleichberechtigungskriege schon gegen Ende der 70er aus der Glotze zurückgezogen.
    War der Homo noch vor 30 Jahren zu Zurückhaltung gezwungen, ist man heute als Hetero schon fast nicht mehr gesellschaftsfähig.
    Angesichts der erdrückenden Indizien-Last würde ich behaupten, dass der Ruf des Homo erst nach Präsentation des zweiten Enkelkindes (das erste könnte ein Unfall gewesen sein) von Dir weitestgehend abfällt.

    • labwolf Says:

      *g*
      Ja, dass das Waffeleisen einfach nur der Tropfen war der das Fass zum Überlaufen brachte, diese Theorie wurde auch schon geäussert. Klingt sogar irgendwie plausibel…
      Aber das „unüberschaubare Konvolut an eindeutig schwulen „Kunstobjekten““, das ist ja nedmal oben in Jülich der Fall – und daheim schon gleich gar nicht. Also so ists es dann ja auch ned… o.o

      Aber guter Hinweis, das mit den ZWEI Enkelkindern…

      • cirrus Says:

        Ein Bild ist nicht erst dann als Schwul zu erkennen, wenn mehr als 50% der sichtbaren Fläche von männlichen Genitalien bedeckt werden. Nimm diesen stockschwulen Löwen auf Deinem Con-Badge als Beispiel. Für Dich sah er „ein bisschen schwul aus“ Und auch die sexuelle Orientierung des Kollegen auf Deiner alten Kaffeemaschine ist unübersehbar.

      • labwolf Says:

        Hrrrrrm….
        Das mit dem Löwen sehe ich ein. Aber mit der Kaffeemaschine? Sicher dass du des das Bild meinst was neben der Kaffeemaschine hängt? (Oder, ich gebs ja zu, das am Kühlschrank an der Tür vom Gefrierfach. Oder das neben der Küchentür… Du hast ja irgendwie recht… >.<) ^^
        Allerdings kennen meine Eltern das alles noch garned, wenn ich mich recht erinnere… Gut, das am Kühlschrank glaub schon… Jedenfalls kanns daran eig. kaum liegen. ^^

      • cirrus Says:

        Vertrau mir! Wie in jedem guten Krimi hast Du die Spuren unbewusst selber gelegt, Con-Shirts, Bildchen auf Büchern, Heften, Gepäck, …

  2. felicat Says:

    Wir haben das ganze ja im ICQ auch schon sehr schön durchgekaut (ich hab jetzt appetiti auf waffeln… dankeschön*grummel* ) Ich bin ja immer noch der Meinung, dass ein elektrischer Eierkocher UND ein Brotbackautomat in dieser Hinsicht wohl das nonplusultra darstellen sollten.

    • labwolf Says:

      Also ein Brotbackautomat wäre vielleicht nedmal sooo arg verkehrt… Wobei, das geht doch in nem Backofen auch… Hrm…
      Aber ein Eierkocher? o.O (und ja, ich gebe mir gerade Mühe das nicht falsch zu verstehen ^^)

    • Ch'Ih-Yu Says:

      Ich habe einen Eierkocher damit ich nicht mit Topf und Eieruhr herum hantieren muss, um mir am Ende beim herausfischen der Eier noch die Pfoten zu verbrennen.

      Bin ich jetzt schwul?😄

      • cirrus Says:

        Nein, ich glaube dass es für Individuen, welche die Uhr nicht lesen und einen Kochtopf mit Wasser nicht bedienen können, ohne einen Akt der Selbstverstümmlung zu begehen doch eine andere Randgruppenbezeichnung gibt.

  3. shenanigan Says:

    Kennst du das Geräusch, wenn du auf der Autobahn statt in den Fünften in den Dritten schaltest, und so richtig nichtsahnend mit Schmackes einkuppelst? Das Geräusch hat mein Gehirn grad gemacht, als ich das las.

  4. feuerrot Says:

    Eventuell haben deine Eltern auch einfach nur mal deinen Blog gefunden und sich die Suchbegriffe oder einige Beiträge durchgelesen:
    > Hab vor ein paar Tagen das hier (NSFW) gefunden – und war nach kurzem Wundern angenehm überrascht.
    > Die Erfahrung lehrte mich, dass wenn es sich schon bei den äusseren beiden Gestalten um Männchen handelt, mit ziemlicher Sicherheit auch die mittlere männlichen Geschlechts ist.
    > So ist man das irgendwie schon gewohnt

    • labwolf Says:

      Hrm… Nein, ich glaube das kann ich mit ziemlicher Sicherheit ausschliessen. Ausserdem hätte es da dann wohl auch kein Waffeleisen als „Auslöser“ gebraucht. ^^

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