Protoplastenfusion

Nach der FISH der schönste Versuch aus dem Praktikum Pflanzenbiotechnologie! Ziel des Versuchs war die Fusion zweier Protoplasten mittels PEG. Natürlich mussten diese Protoplasten erst erzeugt werden – und damit begann der Spass auch schon. Denn zunächst musste mal Pflanzenmaterial – Blütenblätter von Veilchen, Tabakblätter und Tomaten (bzw. deren Häute) – kleingeschnitten werden, in gaaaanz schmale Streifen. Zur Verfügung stehende Hilfsmittel zunächst: Skalpell und ein völlig zerfurchter Wachsblock der nur am den Ecken noch sowas wie eine ebene Oberfläche zeigte (und so eine ebene Oberfläche ist zum Schneiden ja doch ganz praktisch).

Und wem fiel diese sowohl bedeutende als auch diffizile Aufgabe zu? Riiiiichtig, mir! (und das sollte auch im weiteren Praktikumsverlauf so bleiben, doch das ist dann ne andere Geschichte) Die anderen haben das irgendwie ned so recht hinbekommen – wobei man erwähnen sollte dass A. es tatsächlich geschafft hat heldenhaft eine Tomate zu schälen. ^^ Und ich durfte mich dann mit dem Schneiden der (Tomaten)Haut plagen. Aber hey, letzten Endes bekam ich so die Gelegenheit triumphierend lachend mit einem scharfen Messer in der Hand im Labor zu stehen.😉 […] Gut, Veilchenblütenblätter in Streifen zu schneiden, das ging ja noch recht einfach, aber bei Tabakblättern wars schon kniffliger. Und Tomatenhäute? Aber es geht. Man kann da einen schier abartigen Ehrgeiz entwickeln… Muss man aber nicht zwingend, denn irgendein kluger Mensch, der sicher auch mal vor der Aufgabe stand etwas abzuschneiden, hat eines Tages die sogenannte „Schere“ erfunden! Dieses Instrument erfreut sich weltweit grosser Beliebtheit und nach etwas Suchen gelang es uns sogar hier im Labor so ein Gerät aufzutreiben. Das Kleinschnipseln fühlte sich so dann zwar fast wie Schummeln an, aber die Streifen wurden noch viel viel schmaler. Nur mühsam mittels zweier Pinzetten in die bereitstehenden Petrischalen zu befördern, um dort dann die Zellwände enzymatisch abzubauen. Denn ohne Verlust der Zellwand keine Protoplasten, und ohne Protoplasten keine Protoplastenfusion.

Wir haben das dann über Nacht stehen gelassen bei Raumtemperatur inkubiert, aber den Abbau der Zellwand konnte man sich auch so schon mal unter dem Mikroskop betrachten. Einmal die Tabakblattstreifen:

Und hier noch das Veilchen (sieht ein wenig tentakelig aus, irgendwie o.O):

Tags darauf konnte man dann die einzelnen Protoplasten begutachten und versuchen sie zu Fusionieren. Was dann in der Realität doch etwas anders aussieht (und langwieriger ist) als auf irgendwelchen Schema-Zeichnungen in Skripten.

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