Samstagmittag in Jülich

Gestern abend kam es mir irgendwie in den Sinn, dass ich heute früh doch mal zum Bäcker gehen könnte. Also, nicht nur mal eben runter zum Bäcker bei diesem grossen SB-Warenhaus wo man alles bekommt wenn man einmal hingeht, sondern zu dieser Selbstbedienungsbäckerei im Zentrum. Ich mag SB-Bäckereien. War da schon länger nicht mehr und könnte da ja mal wieder hingehen. Allein schon aus nostalgischen Gründen: War da öfter als ich erst ein paar Tage hier oben war und noch nedmal meine Wohnung hatte. Und ausserdem ist die ein ganzes Stück weiter weg und etwas Bewegung wird mir wohl auch nicht schaden, im Gegenteil. Also!

Zugegeben, aus „früh“ wurde dann irgendwie doch nichts (wenn man den Wecker abstellt und sich dann für nur 10 Minuten nochmal hinlegt bleibt es in den seltensten Fällen bei 10 Minuten wenn man nicht wirklich aufstehen muss…) aber ich machte mich dann doch noch wie geplant auf den Weg. […]

Und das erste was mir, fast am Ziel angekommen, auffiel: Warum ist da so viel los? Jülich ist ja nun keine Metropole und hier so viele Autos und Leute zu sehen… Und… Hat man da nicht irgendwelche Buden aufgebaut?! Sehr seltsam. Moment! Das wird doch nicht etwa so eine Art Fake-Oktoberfest sein? Nein, ist es gottlob nicht. Ein Plakat entlarvte dieses Spektakel als Erntedankfest. Na, immerhin. Wobei ich ja immer noch darauf warte dass es hier sowas wie ein grosses Rübenfest gibt, mit allerlei nahrhaften Rübenspezialitäten und spassigen Rübenaktivitäten. Naja, so nahrhaft und spassig etwas eben sein kann, wenn es auf Zuckerrüben basiert… Inkl. Wahl von diesjährigem Rübenkönig und/oder Rübenkönigin, etc.

Okay, da will man nur mal eben zum Bäcker gehen und tut das natürlich genau dann wenn hier die erzwungene Heiterkeit ausgebrochen ist. Typisch! Also schnell Backwaren besorgen und dann weg hier. Besonders auffällig war dieser komische Typ der da mit einer schier obszönen Menge an Fröhlichkeit herumhampelte. Die Art von Fröhlichkeit, die man erhält wenn man Leute, die ihre Seele eh schon längst verkauft haben und innerlich so tot sind wie ein Backstein, dafür bezahlt. Das ist fast schon… unsittlich. Aber egal, es gibt da noch etwas:

Diese Plastik-Deckel mit denen sich Pappbecher in praktische Schnabeltassen verwandeln lassen aus denen man dann unterwegs bequem Kaffee schlürfen kann sind ja eine höchst nützliche Sache. Wenn die aber undicht sind, verwandeln sie sich schlichtweg in ein Instrument des Teufels, nur dazu ersonnen irgendwelche Pechvögel, allen voran mich, zu peinigen. Gut, es war nicht so katastrophal die vor gut zwei Jahren am Hauptbahnhof in München (Da fiels eh nicht weiter auf, ich war notgedrungen in kurzen Sachen so lange in strömendem Regen unterwegs dass es auf den gefühlten halben Becher Kaffee im damals noch üppig wuchernden Bart auch nicht mehr ankam…), aber wenn man da nicht draus trinken kann ohne dass einem ein Rinnsal über die Hand und in den Ärmel läuft oder auf die Jacke tropft, dann ist das… lästig. Fehlt nurnoch ein kleines Kind das da fröhlich kräht „Guck mal Mami! Warum kann der Mann da nicht trinken?“ – „*abfällig* Das ist bestimmt so ein langhaariger Student, komm gehen wir auf die andere Strassenseite. Mit solchen Leuten wollen wir nichts zu tun haben.“ – „Ja, wenn ich mal gross bin mach ich was vernünftiges. Ich werde Tonnenfahrer/Müllmann!“.

Schlagwörter: , ,

3 Antworten to “Samstagmittag in Jülich”

  1. Furan Says:

    „Okay, da will man nur mal eben zum Bäcker gehen und tut das natürlich genau dann wenn hier die erzwungene Heiterkeit ausgebrochen ist.“

    Sei froh, dass du nicht in Köln wohnst😉

    „Wenn die aber undicht sind, verwandeln sie sich schlichtweg in ein Instrument des Teufels, nur dazu ersonnen irgendwelche Pechvögel, allen voran mich, zu peinigen.“

    Ohja, das kenne ich nur zu gut. Aber ich mag diese Deckel eh nicht. Kaffee aus nem winzigen Löchelchen süffeln…. irks

    • labwolf Says:

      „Sei froh, dass du nicht in Köln wohnst😉 “
      – Das bin ich. ^^

      Also die Deckel sind für unterwegs schon praktisch, da mag ich die sogar. Aber halt auch nur wenn sie richtig funktionieren…

  2. cirrus Says:

    >“Das ist bestimmt so ein langhaariger Student, komm gehen wir auf die andere Strassenseite.
    Der Satz heißt zwar: Das Leben beginnt und endet damit, dass man nicht allein mit dem Löffel essen kann.; aber es trifft wohl gleicher Maßen auf die Benutzung von Schnabeltassen zu.
    „Wenn die aber undicht sind, verwandeln sie sich schlichtweg in ein Instrument des Teufels“ Nein, das ist nur die gerechte Strafe für die Abkehr von Mamas Lebensweisheiten: „Junge, setzt Dich hin beim Essen!“ wobei „essen“ das Synonym für Nahrungsaufnahme war.
    Die Strafe des Teufels ereilt dich erst in ca. 20 Jahren, wenn Dir ein zur Diagnostizierung von Magengeschwüren so eine lustige Kardanwelle in den Hals geschoben wird.

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s


%d Bloggern gefällt das: