Wer nicht hören will…

… der muss fühlen. Und leiden. Anders gesagt: So ein Navi das einen um Staus herumlotst ist ne tolle Sache, man kann aber halt auch nur dann den vollen Nutzen daraus ziehen, wenn man sich auch an die Anweisungen von dem Gerät hält. Und die Autobahn rechtzeitig verlässt. Und nicht noch ne Ausfahrt (und dann noch eine…) weiterfährt, nur weil im Moment noch alles vergleichsweise rosig aussieht.

Sonst steht man irgendwann in einem Stau auf der wegen Bergungsarbeiten gesperrten A61, welcher langsam von 10 auf 16 km anwächst, während man zuschauen kann wie es einem langsam das Auto zuschneit… Sehr amüsant wenn man dann noch so ein nettes Plakat in Sichtweite hat:

Ja, ich werde auch bestimmt nicht rasen und ganz anständig fahren – wenn ich nur überhaupt mal weiterfahren kann! Wobei ich zunächst dann noch andere Sorgen hatte. […]

Meine Blase hätte ich halt ganz gerne mal entleert, langsam wurde es ziemlich ungemütlich… Gut, die langen Stehzeiten zwischen dem gelgentlichen „mal-ein-paar-Meter-weiterkriechen“ hätten es mir gestattet das Fahrzeug schnell zu verlassen, die rechten beiden Spuren zu überqueren und mir nen Baum an Strassenrand zu suchen, nur… Die Autobahn war etwas erhöht und ich hätte auf der anderen Seite der Leitplanke erst runterklettern müssen… Oder einfach direkt neben nem LKW an die Leitplanke bieseln, aber so arg wars dann auch nicht. Es ging ja dann doch etwas vorwärts und da war die Autobahn wieder ebenerdig und Bäume in Reichweite und… aaahh.. Erleichterung.

Die hielt dann sogar zwei Stunden an. Dann entschloss meine Blase dazu sich abermals bemerkbar und sehr unbeliebt zu machen. Vielleicht hätte ich auch weniger Kaffee trinken sollen, ich weis es nicht. Lustigerweise stand ich neben einem Parkplatz mit WC-Anlage. Nur eben nicht AUF dem Parkplatz sondern irgendwo daneben, zwischen Ein- und Ausfahrt. Ich war gerade dabei mir meine Jacke anzuziehen um zwei Fahrspuren zu überqueren, Leitplanken zu übersteigen, über den Parkplatz zu rennen, etc als es dann doch wieder weiterging. Arrrgh! Ich kam dann wenige Meter nach der Parkplatzausfahrt wieder zum stehen, auf der rechten Spur diesmal. Und: Keine erreichbaren Bäume. Und noch mehr freie Sichtfläche von vielen vielen Autos auf den armen sich am Strassenrand erleichtertenden Wolf. Klar,wenns nicht anders ginge wäre mir das auch egal, aber naja… Ich zog es dann doch vor die halbe Ausfahrt entlang zu einem sowohl erreichbaren als auch etwas weniger einsehbaren Gebüsch zu laufen.

Das Problem des Staus war dann aber noch immer nicht gelöst. Immer wieder sah ich allerdings Fahrzeuge auf dem Standstreifen vorbeifahren. Auch mal eins mit Blaulicht. Hrrrm… Sollte man nicht eigentlich in solchen Fällen ne Fahrspur für Einsatzfahrzeuge freihalten? Wenn dann da rechts auch noch was passiert und ein Auto liegenbleibt kommt man ja gar nicht mehr durch… Naaaaja… Ich entschloss mich dann dazu doch mal dreist rechts vorbeizufahren, nachdem auf der totalgesperrten Autobahn keine Besserung in Sicht war und der Fahrer links von mir mich lautstark darauf aufmerksam machte dass ich doch rechts vorbeifahren könnte.

Das waren dann glaube ich die grässlichsten 3 Kilometer (bis zur nächsten Ausfahrt) die ich bisher gefahren bin. Die grässlichsten 3 Kilometer dieser „Reise“ definitiv. Nicht weil der Transporter vor mir über einen mit ranzigem Schweinemschalz betriebenen Motor zu verfügen schien (oder er hatte einen mittelgrossen Schwelbrand irgendwo im Fahrzeug. Oder er versuchte sonstwie sich einzunebeln), sondern weil die Standspur natürlich nicht geräumt war. Da waren nur die Spuren der vor mir dort fahrenden Fahrzeuge… Kann man auch wenn man da nur langsam im ersten Gang dahinzuckelt bissl ins Rutschen geraten. Was zwischen Lastwägen links und Leitplanke oder Strassengraben rechts nicht sehr angenehm ist. Überhaupt ist es ein beschissenes Gefühl wenn einem das Fahrzeug irgendwo hinzurutschen droht und es sich nicht in Lenkrichtung bewegt. >.< Aber das ging auch. Die Autobahn wurde immer leerer und immer verschneiter, nur vereinzelte Lkw standen noch herum und dann war da auch die ersehnte Ausfahrt… Endlich!

Es ging dann über Stromberg weiter. Und über lustige, gewundene Strässelchen, bergauf und bergab, mit Schneematsch, in der Fahrzeugkolonne, recht zäh… Aber es ging zumindest vorwärts… Irgendwo dann wieder auf die Autobahn… Die war dann aber auch wirklich leer! Nur.. meine ursprünglich geplante Ankunftszeit bei Furan, zwischen 10 und halb 11, das war schon längst vorbei. Bis zum Nachmittag könnte ich laut Navi da sein. Oder, wenn ich direkt nach Hause weiterfahre wäre ich gegen 19:30 daheim. Weitere Verkehrsbehinderungen und Pausen nicht mit eingerechnet… Hrrrrm… Stau, Schneefall und Schneeglätte und dergleichen mehr und das noch in der Dunkelheit um dann in tiefster Nacht daheim anzukommen.?

Nee… Netterweise konnte ich bei Furan pennen. Danke nochmal! :3 Allerdings musste ich da ja auch erstmal noch hinkommen. Und dann schickte mich mein Navi auch noch wieder von der Autobahn runter! Diesmal leistete ich aber brav gehorsam… Nur um wenig später sicher zu sein dass das Navi mir noch sauer ist weil ich mich ihm vorhin widersetzt habe und es nun versucht mich zu töten. Das mit den nur mässig geräumten Landstrassen, okay… suboptimal aber was hilfts… Die komischen Abkürzungen durch Wohngebiete wo vielleicht die Einfahren geräumt sind aber mehr auch nicht: Doof. Aber als ich dann die Strasse sah der ich eine meiner Meinung nach viel zu hohe anzahl an Kilometern folgen sollte… Was hab ich verbrochen? Was?! Aber moment… Ich sah die Stasse ja garnicht, das war es ja gerade! >.< Man wusste nur wo sie verläuft weil dort Reifenspuren im Schnee waren und links und rechts gelegentlich ein Begrenzungspfosten aus dem Schnee ragte. Und dann war da siese scharfe Linkskurve mit dem kleinen Abgrund und der nichtvorhandenen Leitplanke rechts… Aber okay, ich habs überlebt, gelangte wieder auf eine Autobahn und kam nicht nur lebendig bei Furan an (obwohl ich noch ein wenig herumgerutscht bin und zuletzt wieder darauf verfiel meine Konzentration durch gelegentliche Ohrfeigen zu steigern) und fand sogar nen Parkplatz! Yay!

War dann auch noch ganz nett und erfreulicherweise konnte man sogar noch kurz was trinken gehen ohne im Karnevalsgetümmel krepieren zu müssen. Nur die üblichen „normalen“ Trottel… Und ich hatte zwar keine Alpträume, aber vor dem Einschlafen hatte ich ein paar mal irgendwie so das Gefühl als würde ich mit dem Auto wegrutschen. Oder vielleicht waren das Alpträume im Halbschlaf, was weis ich. Oder auch nur Wahnvorstellungen wie es wäre mit dem Auto auf Schneebedeckter Strasse seitlich in einen Lkw hineinzurutschen… >.< Aber schon bitter. Hab ich mich nicht mal beklagt dass ich 10 Stunden von Daheim bis Jülich gebraucht habe? Und jetzt brauch ich quasi fast nen Tag für weniger als die Hälfte der Strecke! >.< War so aber schon besser… Auch wenn ich in der Früh nen ziemlichen Schreck bekam. Es hatte wohl die ganze Nacht durchgeschneit und.. nun ja… Blieb nur zu hoffen dass auf den Strassen weniger Schnee liegt als auf meinem Auto.

Beim Schneeräumen muss ich dann noch die Antenne gelockert haben, die ist ja irgendwie mal in ihrer Halterung abgebrochen und steckt nur so drin. Neue Antenne liegt zwar im Kofferraum aber ich war bisher zu Faul um die zu montieren, hält so ja auch. Normalerweise zumindest. Bis mir die Antenne dann beim Halten an einer roten Ampel gemütlich vorn die Frontscheibe runterrutschte. Muss lustig ausgesehen haben. Auto hält, Antenne verabschiedet sich, Fahrer steigt aus, schnappt sich die Antenne und schmeisst sie ins Auto, steigt wieder ein, wartet bis die Ampel umschaltet und fährt weiter. *g*

Wenige Kilometer später wurde ich dann angenehm überrascht:

Na, das kann man doch so lassen!😀 Der Rest der Fahrt gestaltete sich dann auch als recht unspektakulär. Kein Stau, nur gelegentlich extrem zähfliessender Verkehr, ein oder zwei Unfallstellen… Naja, Winter halt. Nur der ganze Schneematsch und das Salzwasser und der Dreck sind doof… Immer gut wenn man nen Kanister Scheibenfrostschutzmittel dabei hat. Mir ging eher das Wasser zum verdünnen aus (war so ein 5l-Kanister mit Konzentrat bis -60 °C), zumal ich damit eh noch die Scheiben mitm Schwamm putzen musste weil sie gar so dreckig wurden. >.< Gerade links… Extrem nervig!

Das wird nächstes mal besser, hoffe ich… *schon so seine Pläne hat*. Grad auf der Windschutzscheibe ist so ein Schmierfilm extrem lästig. Hab dann zweimal extra angehalten nur um die Scheiben zu putzen. Scheiben saubermachen und Waschwasser nachfüllen sind übrigens Vorgänge die man an so ziemlich jedem Autobahnparkplatz beobachten konnte.

Irgendwann nach Einbruch der Dunkelheit kam ich dann sogar lebend zu Hause an. Nur um mir beim Auspacken prompt den linken Aussenspiegel zu demolieren, aber das ist eine andere Geschichte…

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