Ingenieure und ähnliches

Heute morgen unter der Dusche kam mir mal wieder in den Sinn, dass aus mir ja beinahe mal ein Diplom-Ingenieur geworden wäre. Wenn halt da diese Geschichte mit der lieben Mathematik nicht wäre. Naja, gut, ist halt so. Vor allem dachte ich aber wieder daran was man in Freising so für ein Bild von einem Diplom-Ingenieur vermittelt bekam – zumindest wenn man etwas genauer hinhörte und beim Zusammenzählen von 1 und 1 ein wenig Phantasie besitzt.

Insgesamt entstand da schon irgendwie das Bild ein wenig chaotischen (gut, das wurde uns so nicht angepriesen aber man sah es ja an seinen Komilitonen) und ewig-frustrierten harten Mistkerlen die in ihrem Ingenieurs-Dasein täglich neue Abenteuer erleben und überhaupt. Fast schon heldenähnliche Figuren, wenn man so will. Naja, über 90 % unseres täglichen Lebens würde aus Frustration bestehen (was ja schon fleissig geübt wurde), weswegen man dann ausnahmsweise auch mal die Korken knallen lassen darf wenn doch mal was funktioniert. Dann aber wieder weiter an die Arbeit, masochistische Ader und so. Jedenfalls: Dipl.-Ing. FTW!!1 Gerade was die Abenteuer betrifft hatte eine bestimmte Person ja ziemlich viel zu erzählen, hätte man eigentlich aufschreiben sollen, damals. Die Sche mit den Chinesenzöpfen und was nicht noch alles. […]

Tja, und jetzt halt Bachelor (oder zumindest auf dem Weg dorthin). Da hört man hier irgendwie nicht so recht glorifizierendes… Ausser dass uns mal gesagt wurde, wir würden ja eigentlich auch Ingenieure werden bzw. deren Tätigkeit ausüben und sowas. Öhm ja nur sind wir halt keine. Klingt für mich irgendwie nach Beschiss. Und recht schwachem Trost. Ich meine… Gut, im Halbschlaf und der Geborgenheit der Dusche kam mir so eine Art Vergleich mit einem geistig etwas zurückgebliebenen Kind in den Sinn dem man den Kopf tätschelt und versichtert es würde später sicher auch ein Feuerwehrmann werden, oder so in der art, in den Sinn aber naja. Hinkt ja auch irgendwie. Hoffe ich jedenfalls.

Oder um beim Pseudo-Helden-Bild zu bleiben, irgendwie ist der Bachelor dann doch eher der, der dem ruhmreichen Dipl-Ing. nach vollbrachten Heldentaten und heroischer Rettung der Welt den Kaffee bringt und den Taschenrechner poliert.

Natürlich, in der Realität ist das gewiss anders und viel besser und erfreulicher und Mords die Geilheit inkl. Friede und Freude nebst Eierkuchen und lachenden, tanzenden Einhörnern aber trotzdem…

Irgendwas stimmt da nicht. Ist aber vielleicht auch nur ein persönlicher Knacks von mir. Keine Ahnung.

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3 Antworten to “Ingenieure und ähnliches”

  1. cirrus Says:

    Der Batchelor ist der Kniefall vor der fortschreitenden Verdummung der Jugend. Nehmen wir einen Schüler der Jahrhundertwende zur Hand. (nein, nicht 19 – 20 sondern 18 – 19.
    Keine Schulhefte nur Schiefertafeln, keine Taschenrechner allenfalls einen Abakus, nicht englisch sondern Grichisch + Latein + Französisch, Biologie Physik, Chemie, Religion …
    Nach der Schule gab es Hausaufgaben. Nein, nicht ein bisschen auf der Tafel kritzeln sondern Feldarbeit, Wäsche waschen, Holz hacken, Ställe ausmisten, Heu machen…
    Als Motivation gab es nicht Taschengelderhöhung und Zeitlimits auf der Spielkonsole sondern Hiebe mit dem Rohrstock.
    Ich kann heute noch Gedicht aufsagen, auf die ich vor 30 Jahren in der Schule gelernt habe (ohne Rohrstock-Motivation😉 ) . Meine Anwärter auf einen Ausbildungsplatz können mir heute nicht mal sagen was sie gestern im Unterricht behandelt haben und dabei könnten sie mir, weiß Gott, alles erzählen, denn ich kann es ja kaum nachprüfen.
    So werden die Lehrpläne seit Jahren nach unten angepasst, weil die Leistungen der Schüler immer erbärmlicher werden. Die verwaisten Hocker der Akademiker füllt man gezwungener Maßen mit den Einäugigen unter den Blinden, der Rest geht Punkt 18:00 Lindenstrasse glotzen.
    Auf der anderen Seite habe ich, wie fast alle meiner ehemaligen Kommilitonen, heute nichts mehr mit dem zu tun, womit wir uns vor fast 20 Jahren herumgequält haben, seien es nun Integrale, komplexe Zahlen, Grenzwertbetrachtungen oder Ähnliches.
    Die Meinungen über die Notwendig der geistigen Masturbation 1 + 1 so kompliziert wie nur möglich auszudrücken zu können geht entsprechend auseinander, im Gegensatz zu den Meinungen der Arbeitgeber die gerne rudimentär ausgebildete Fachkräfte zu geringeren Löhnen einstellen, denn was ein noch so aufwendiges Studium eben nicht vermitteln kann ist Erfahrung.
    Am Ende ist das Ergebnis einer jeden Ausbildung davon abhängig wie viel an Zeit, Freiheit und Arbeit der Auszubildende bereit war in die Ausbildung zu investieren und welche Ziele er verfolgt im Leben. Der Eine will Bankmanager werden, der Andere Pilot und der Dritte investiert seine Zeit und Lebenskraft darin, sich als Künstler zu gebärden um ab und an ein paar Kunstfellhaare aus dem Schritt eines Gleichgesinnten zu lecken.

    • labwolf Says:

      Verdummung… Hm, ich weis ja nicht so wirklich wie es anderswo läuft, aber kujrz gesagt habe von der Umstellung „meines“ FH-Studiengangs auf Bachelor eher den Eindruck dass man im Wesentlichen immernoch das gleiche lernt und eigentlich nur einen minimal abgespeckten Diplomstudiengang durchläuft (okay, ein Praxissemester fällt auf jedenfalls weg…), nachher aber nur seinen Bachelor hat. Irgendwie suboptimal, das alles… Aber gut, da kann man lang jammern und debattieren.

      Jedenfalls: „um ab und an ein paar Kunstfellhaare aus dem Schritt eines Gleichgesinnten zu lecken.“
      Frag mich erst garned warum, aber für die Formulierung erhältst du hiermit einen Keks. Allerdings: Sowas kann man gewiss auch als Pilot oder Bankmanager machen, vermute ich mal. *g*

      • cirrus Says:

        Warscheinlich. Das gibt dann jedoch der Geschichte des Piloten der einen rosa Hasen an die Cockpit-Tür klebte und sagte:
        „Hase, sag dem Co er soll die Checkliste lesen!“ eine ganz neue Interpretationsmöglichkeit. Immerhin hat der Co den Prozess verloren und der Pilot darf also weiter seine Anweisungen via Hase an den Co richten. (was weiteren Spekulationsspielraum über die Freizeitgestaltung des Richters eröffnet.) Das wäre doch ein nettes neues Spiel für die Organisatoren der EF: Heiteres Beruferaten mit BBF.

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