Für einen Wildparkbesuch ist der späte Nachmittag bzw. der Abend sehr gut geeignet, wie ich am Samstag feststellte. Es werden zusehends weniger Leute und daher sinkt der allgemeine Geräuschpegel drastisch. Es ist auch nicht mehr so überlaufen und die Tiere haben mehr Ruhe. Was sich für den Beobachter Vorteilhaft auswirkt.
Die Wölfe wurden zusehends ruhiger. Naja, später dann zumindest. Anfangs bekam ich noch mit wie ein Weibchen den Wolf der zuletzt ein wenig hinkte mit einem Schrei ein paar Meter davonjagte. Wohl nicht wirklich ernst, aber naja… Das arme Tier hinkt nun stärker als letztes mal, bilde ich mir ein.
Ich frage mich ja, ob das dem Personal mittlerweile schon aufgefallen ist. Okay, vielleicht ists halb so wild und es wird von selbst wieder aber irgendwie bekommt man schon ein wenig Mitleid. Etwas später suchten sich die meisten dann irgendwelche Schlummerplätzchen. Während einer eine der beiden “Hütten” aufsuchte (später lagen zwei Wölfe auf einer dieser Hütten ^^), suchte sich ein anderer Wolf einen etwas merkwürdigen Ruheplatz aus:
In einer Ecke des Geheges, sehr nah am (stromführenden) Zaun – ideal um auch mit einem lausigen Handy Bilder zu machen auf denen man was erkennen kann!
(Zum Vergrössern anklicken) Natürlich lockte das permanent einen Haufen Leute samt kleinen Kindern an, aber davon liess er sich auch nicht stören. [...]
Nein, er hat sich vorher sogar noch ziemlich den Hals verrenkt um zu sehen was denn da alles für komische Leute rumstehen um ihm beim Schlafen zuzusehen. Man sah auch die Fliegen und Mücken, die um das Tier herumflogen und ihn zum häufigen Ohrenwackeln zwangen. Man sieht ja auch die kahlen “Knabberstellen” an den Ohrspitzen…
Ich weis nicht, so eingerollt schlafend/dösend sieht er einfach niedlich aus. Man möchte sich am liebsten dazulegen und ihn knuddeln. *g* Was in der Praxis wohl keine allzu gute Idee wäre, nehme ich an.
Die Aufnahme oben ist später Entstanden. Zumindest halbwegs zu erkennen sind die beiden Wölfe die auf der Erde “woigeln” (bzw. sich wälzen), wo auch noch ein – hier nicht zu erkennendes – Stückchen Fell von einem “Beutetier” herumliegt. ^^ Herrlicher Anblick.
Wovon ich keine Bilder gemacht habe: Noch ein wenig später, ich glaube nach 20 Uhr, als dann wirklich kaum noch Leute im Park waren, habe ich das Gehege mit den inzwischen allesamt dösenden/schlafenden Wölfen nochmal leise umrundet, so weit es ging. (Weiter hinten führt nur noch so ein schmaler Trampelpfad durch das Gebüsch am Zaun entlang, und auch der nicht ganz um das Gehege herum, so dass die Tiere doch noch einen Bereich haben wo sie sich ein wenig zurückziehen können) Was den Tieren natürlich auch nicht entgangen ist. Als ich mich dann am Zaun hinhockte, wurden zwei (ein anderes mal ein einzelner) Wolf doch neugierig, trabten zu mir hin und besahen sich den Trottel der da immernoch herumgeht mal näher. Haben mich richtig neugierig angesehen, mit ihren bernsteinfarbenen Augen, waren ganz nah.
Ich konnte – da ja mittlerweile Ruhe eingekehrt ist – ihre Schritte hören, ihr Schnaufen und Schnauben und das Schlabbern wenn sie gähnen und sich dabei das “Mäulchen” lecken. Ja, man konnte sie sogar kurz riechen! Bilde ich mir zumindest ein. (Sie riechen weniger streng als Füchse) Es ist, denke ich, verständlich dass ich da selbst aufgepasst habe anstatt den “Fotoapparat” hervorzuholen um Bilder zu machen was die Tierchen womöglich wieder verunsichert hätte.
Nein, das sind schon herrliche Geschöpfe. Überhaupt, was denkt sich so ein Wolf eigentlich vor dem Einschlafen, was träumt er?
So, nachdem ihr “Wolf” wohl schon nicht mehr lesen könnt, berichte ich von einem weiteren frohen Ereignis! Die Reinekes geruhen tagsüber ja zu schlafen, wie ich bereits erwähnte. Hab die am Tag noch nie wirklich wach gesehen, abgesehen von Gähnen und sich auf die andere Seite drehen. Ähnlich jammerte auch eine Oma die mit ihren Enkelkindern am Fuchsgehege stand. ^^ Und hier zahlt es sich wirklich aus mal zu “später” Stunde durch den Wildpark zu gehen. Denn gegen 20 Uhr erwischte ich doch tatsächlich einen Fuchs beim Wachsein!
War er anfangs auch recht schüchtern, siegte dann wohl doch die Neugier und er kam sehr nahe an den Zaun – und liess auch mich ziemlich nah hin. Man sieht übrigens deutlich die grössere kahle Stelle an der Nase, die kleine Runde über der linken Vorderpfote und man kann sogar einen kleinen rötlichen “Fleck” in seinem rechten Auge erkennen… Kurz darauf fuhr dann ein Auto den Weg entlang, offensichtlich wer vom Wildpark, und hielt an. Toll, ich befürchtete schon die würden mich jetzt rausschmeissen oder was – obwohl man den Park doch jederzeit über ein Drehkreuz verlassen kann und man ja auch offiziell bleiben darf bis es dunkel ist. Aber nichts dergleichen. Zwei Buben sprangen aus dem Auto, einer warf dem Fuchs etwas zu was ein wenig wie ein gekochtes Stück Hühnerfleisch aussah, stiegen wieder ein und fuhren weg. Interessant. Eine reguläre Fütterung kann das nicht gewesen sein, denn der Brocken reicht natürlich nicht für alle drei (?) Füchse da drin (zumal eh alles der muntere Fuchs frass), andererseits haben sie ihr Fressen ja bereits im “Stall”, einen Eimer mit einer art Trockenfutter (und einen mit Wasser).
Nun, der Fuchs (war tatsächlich ein Männchen) war dann tatsächlich sehr zutraulich und – bitte nicht schlagen! – ich gab ihm dann zwei kleine Bröckchen von einem Wurstbrot, bzw. der Wurst davon. (Im Gegensatz zu den Gehegen von Bär und Wolf findet sich hier kein Hinweis dass das Füttern verboten sei. Und wenn ich ihm einen Grashalm hingehalten hätte, wäre er wohl nicht sehr beeindruckt gewesen.)
Woraufhin das Tier fast schon anhänglich wurde. ^^ Wollte dann auch weitergehen, nochmal den Wölfen Gute Nacht sagen bevor ich dann doch endgültig gehe, und der kleine Kerl lief mir dann doch nach, soweit das Gehege das zuliess. Bin dann nochmal umgekehrt. Hab ihm – auf “meiner” Seite vom Zaun – einen Finger hingehalten, woraufhin er seine Nase durchs Gitter steckte um dann zu schnuppern. ^^ Lacht mich meinetwegen aus, aber: Yay, ich hab eine kalte, feuchte Fuchsnase an meinem rechten Zeigefinger gespürt! *wheeeeeee*
Übrigens war das nicht der einzige wache Fuchs, ein anderer lag noch auf seinem Schlummerplatz im “Stall” und streckte dabei nur den Kopf durch eine Öffnung raus ins Gehege, um die dortigen Ereignisse zu beobachten.
Gut, ab hier endet der bebilderte Teil, aber mein Gesabbel müsst ihr – sofern ihr die Seite ned einfach zumacht – schon noch ein wenig erdulden. Diesmal geht es um Luchse! Auch da tummeln sich im Wildpark ein Haufen, auch einige kleine. Und ich muss sagen, das – also die erwachsenen – sind schon auch ganz schöne Brocken! Und was die für ein Geschrei und Gefauche drauf haben, alle Achtung. Im Prinzip wie eine Hauskatze – nur deutlich lauter, kehliger und bedrohlicher. Man merkt halt einfach, dass da einige Kilo Raubtier mehr dahinterstecken.
Woigeln aber genauso auf dem Boden herum wie gewöhnliche Katzen.
In deren Gehege befindet sich auch eine art Hütte, allerdings auf Stelzen. Ein schräger Baumstamm führt hinauf, aber um aufs Dach zu gelangen (beliebter Aussichtspunkt für die Tierchen), müssen sie einen vielleicht zwei Meter entfernten Baum (der im fraglichen Bereich keine Äste hat) hochklettern und dann seitlich wegspringen. Und das machen die Tierchen mit einer Leichtigkeit, Hammer! Wenigstens die grossen. Ein Jungtier wollte ebenfalls aufs Dach und erklomm dazu einen kleineren, näher gelegenen Baum, relativ mühsam. An dem Eck des Daches, welches dem Baum am nächsten ist, lag jedoch ein grosser Luchs und wollte sichtlich seine Ruhe haben. Jedenfalls schlug er brüllend nach dem kleinen Stöpsel, der sich da erdreistet ebenfalls aufs Dach zu springen. Aber rauf kam er! Nur… nacher wollte er dann wieder runter!
Und das gestaltete sich doch etwas kompliziert. Er machte zwar öfter Anstalten vom Dach auf einen Vorsprung des Bodens der Hütte zu springen, traute sich aber nie so recht. Der Baum den die Grossen zum raufklettern benutzen ist ausser Reichweite und der kleine Baum über den das Jungtier raufgeklettert ist wird von einem Erwachsenen “bewacht”, welcher sehr ungehalten auf kleine Störenfriede reagiert, wie sich zeigte. ^^ Letzten Endes kam das Tier aber doch irgendwie wieder runter – als ich später nochmal an den Luchsen vorbeiging war kein Tier mehr auf dem Dach.
Ein Besuch zu später Stunde ist also doch sehr lohnend. Wahrscheinlich könnte man sogar direkt im Wildpark übernachten… Man merkt aber auch dass ein paar Tiere bei näherer Begutachtung doch etwas “ramponiert” aussehen, leider. Keine Ahnung bei manchen Tieren wird sich sowas vielleicht nicht ganz vermeiden lassen und es sind ja auch keine “Haustiere” die quasi 24/7 beaufsichtigt werden und mit denen man laufend zum Tierarzt rennt, aber irgendwie begegne ich dem doch mit gemischten Gefühlen. Womit ich jetzt nicht sagen will dass ich vermute dass die Leute sich hier nicht richtig um die Tiere kümmern oder so – dazu fehlt mir auch irgendwie der Vergleich und auch die Sachkenntnis. Aber ich finde das zeigt doch irgendwie dass bei näherer Betrachtung nicht immer alles so rosig ist, wie es aus grösserer Distanz aussieht. Was wohl wiederum allgemein gültig ist.










August 19, 2008 um 4:06 |
Yes, she is soo happy!
August 19, 2008 um 8:30 |
He. He’s sooo happy. ^^ (Falls das auf den Fuchs bezogen war)
Naja, so plärrend herunmgelaufen ist er allerdings nicht. ^^