Muntere Wölfe und schlafende Füchse

By labwolf

Naja, grösstenteils muntere Wölfe zumindest. 5/6, schätungsweise. War wieder im Wildpark, diesmal gibts aber keine Fotos. Dafür dachte ich diesmal daran, ein Fernglas mitzunehmen. Das mag ein wenig lächerlich erscheinen – so gross sind die Gehege normalerweise nicht, dass man wirklich eines brauchen würde um das Getier zu finden – aber es ist durchaus praktisch. Etwa bei der Beobachtung der Wölfe. Klar, die laufen auch immer wieder mal nahe am Zaun vorbei, aber die interessanteren Dinge spielen sich doch tendenziell eher im Verborgenen ab, wo man nicht so genau hinsieht. Zwar ist z.B. mit blossem Auge schon zu erkennen, dass da hinten wo ein Reh oder dergleichen herumliegt und gelegentlich ein Wolf vorbeikommt um sich daran zu laben, aber ausgestattet mit einem Fernglas sieht man das ganze eben doch etwas besser. [...]

Und wenn man genauer hinsieht und auch länger beobachtet – anstatt wie viele andere Besucher einfach nur festzustellen dass es sich hierbei um Wölfe handelt, kurz zuzusehen wie einer herumtrottet um dann weiterzugehen – lohnt sich das durchaus. Man kann durchaus auch Rückschlüsse auf die Position der einzelnen Tiere (soweit man sie auseinanderhalten kann, ist manchmal auch nicht so einfach) gewinnen. Ist auch bei der Geschlechtsbestimmung etwas von Vorteil, immerhin kommen einem die Tierchen ja nicht allzu oft so nahe dass das mit blossem Auge zweifelsfrei erkennbar wäre. Ja, das klingt jetzt womöglich ein wenig pervers, aber hey! Wenn da ein Tier was das Futter betrifft sichtlich Vorrecht hat – daran zu erkennen dass sich der Rest des Rudels in respektvoller Entfernung herumdrückt während dieses Tier frisst – dann interessiert mich nun mal irgendwie schon auch das Geschlecht des Tieres. Klar, man kann da sicher auch über Grösse, Statur und vielleicht irgendwelchen Feinheiten der Bewegung draufkommen, aber es gibt da ja auch deutlichere und eindeutigere Kennzeichen. ;) Bei dem gerade geschilderten Wolf handelte es sich um ein Männchen (hat bei dem Huftier dann auch eine Urinmarkierung hinterlassen). Als er mit Fressen fertig war, näherte sich dann der Rest des Rudels (mit einer Ausnahme, dazu später mehr), davon blieben dann aber auch erstmal nur zwei Tiere an der “Beute” um zu fressen. Nachdem dann jeder mehr oder weniger satt war, zog das Rudel sich etwas weiter nach hinten, in den für Besucher weniger einsehbaren Bereich zurück und tollte dort noch ein wenig herum, wedelnd. Sich gegenseitig ein wenig übers Fell lecken, sich an Schulter oder Rücken eines anderen Tieres hochstemmen, solche Sachen. Ein Wolf streckte sich auch an einem Baumstamm hoch. :) Später, am Nachmittag, war dann scheints wieder Dösen angesagt. Ein Wolf schlief tatsächlich, auf der Seite in einer Mulde liegend, Augen geschlossen. (Uuuh, welch Sensation, Wölfe haben die Augen zu wenn sie schlafen, jaja. Lacht nur. *g*)

Nun aber zu der Ausnahme, die ich vorhin erwähnte. Dabei handelte es sich um den ersten Wolf den ich an diesem Tag sah. Stand ziemlich nahe am Zaun, drehte sich mehrmals im Kreis, um mit der Schnauze besser an einer kleineren Verletzung oder dergleichen an seinem linken Hinterlauf zu lecken. Mehr so am.. Naja, Oberschenkel würde ich jetzt sagen. Was genau da war konnte man wegen dem Fell jedoch nicht sehen. Nur dass er auf diesem Bein auch leicht hinkte. Mit der rechten Hüfte rieb er sich auch manchmal gegen Bäume, später sah ich dort weiter hinten auch eine kleine Wunde. Das Tier hielt sich vom Rest des Rudels auch eher fern. Gelegentlich kam ein anderer Wolf in seine Nähe. Dabei kam es zwar zu keinen Auseinandersetzungen oder Drohungen oder dergleichen, aber dass es sich bei dem Hinkenden um ein rangniedrigeres Tier handelte wurde auch mir als Laie irgendwie deutlich. Wirkte dann irgendwie angespannter, legte die Ohren noch ein Stück mehr an als ohnehin schon, sowas in der Art. Ob es sich um das gleiche Tier handelte, das zu Beginn des Jahres schon einen etwas kränklichen und “Verstossenen” Eindruck machte, kann ich nicht sagen. Denkbar wäre es aber. Das finde ich insofern interessant, als dass bei meinem letzten, vielleicht zwei Wochen zurückliegenden, Besuch nichts davon zu bemerken war, dass sich ein Tier etwas vom Rudel entfernt hält. Man kannda also durchaus eine gewisse Dynamik beobachten. Auch deswegen finde ich es fast ein wenig Schade, wenn die Leute nur kurz am Gehege stehenbleiben, reinschauen und weitergehen wenn gerade nichts “aufregendes” passiert. Hey, das ist ein Tierpark und kein Actionfilm im Fernsehen! Aber das ist ein anderes Thema- und vielleicht tue ich den Leuten auch unrecht, und sie interessieren sich eben einfach für andere Tiere dafür mehr. Genauso könnte man ja auch mich schief anschauen weil ich Rehe und dergleichen nicht so genau beobachte. ;) Dennoch, man sollte da durchaus ein wenig Geduld mitbringen – und seine Kinder auch ein wenig dahingehend erziehen.

Tja, und die Füchse? Halten nach wie vor ausgedehnte Nickerchen. Zwei im “Stall” an den gleichen Plätzen wie letztes mal, den Dritten habe ich überhaupt nicht gesehen. Sollte sie vielleicht mal mehr in der Dämmerung oder so besuchen…

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