Tiere und Kinder

By labwolf

Montags kam ich – so ganz ohne Internet – auf die garnicht mal schlechte Idee, in den Wildpark zu gehen. War ganz schön und die Menschenmassen hielten sich auch brav in Grenzen. Von gewissen nervtötenden Kindern mal abgesehen, aber das ist wohl Standard. Naja, beinahe – aber dazu später mehr.

Nach ein wenig Suchen fand ich auch das “Gehege” mit den Füchsen, drei an der Zahl. Naja, ist eben eine art Stall mit eingezäuntem Auslauf, in dem sich ein Baum, Gesträuch, Stöcke und ein paar teils hohle Baumstämme befinden. Einen dieser hohlen Baumstämme benutzte ein Fuchs klugerweise als schattenspendenden Schlummerplatz. Hab ein Foto davon gemacht, aber das wurde nichts, zu dunkel innendrin. Andere hingegen wurden etwas erträglicher: [...]

Überhaupt hielten die Reinekes gerade ihr Mittagsschläfchen. Oder dösten zumindest, wie Katzen, eingerollt und gelegentlich mal ein Auge einen Spalt breit öffnend. Um mir einen Blick zuzuwerfen der irgendwie etwas sagte wie: “Was schaust du denn so blöd? Ich versuch hier zu schlafen.”. Haben allgemein irgendwie eher einen etwas listigen, argwöhnischen Blick drauf, bilde ich mir ein. Das Kerlchen auf den beiden Bildern hat übrigens auch zweimal gegähnt.

Mehr Zeit verbrachte ich bei den Wölfen. (War ja klar, was?) Die marschierten relativ munter in ihrem Gehege herum, wenn sie nicht gerade herumlagen, in der Erde bzw. in ihren Mulden scharrten, durch eine Pfütze spazierten, frassen, etc. Liessen sich auch nicht durch irgendwelche Kinder beeindrucken, die in pupertärem Übermut meinten, eine art Wolfsgeheul anstimmen zu müssen. Was ich ziemlich lächerlich fand. Wobei da vielleicht auch ein klein wenig Neid dabei ist, denn so “gut” könnte ich das wohl nicht. Habs aber auch noch nicht ernsthaft versucht. Wäre ja doch irgendwie etwas lächerlich, einfach so zu heulen zu beginnen. Als vorteilhaft erwies sich eine art Beobachtungsplattform an einer Seite des Geheges. So kann man die Wölfe etwas besser beobachten, hat mehr Überblick und nicht immer den Zaun vor dem Gesicht.

Übrigens, bei meinem letzten Besuch dort fiel mir ja auf, dass einer der Wölfe einen etwas zerzausten Eindruck machte und sich etwas abseits der anderen Tiere hielt. Diesmal fiel mir nichts dergleichen auf. :) Ich glaube, es handelte sich um den Wolf, der auf dem obigen Bild gerade auf dem Boden liegt.

Manche Kinder sind für sowas allerdings eher ungeeignet. Spassig ist es ja noch, wenn sie die Tiere nicht so genau erkennen und dann ein Kind einem Wolf Dinge zuruft wie “Hallo, du Fleischfuchs!”. :D Fleischfuchs. Interessant. Wobei Wölfe und Füchse sich zumindest für mein geschultes Auge doch recht voneinander unterscheiden. Immerhin deutlich intelligenter als der Bengel, der eine Hand voll Rehfutter über den Zaun warf – bevor ihm einfiel, dass Wölfe ja eher Fleischfresser sind… (Welch geistige Glanzleistung!) Wenn man am Zaun etwas weitergeht, mehr in Richtung Waldlehrpfad, wird es etwas ruhiger. War montags zumindest so. Weniger Menschen und man kommt zu dem Eck des Geheges, wo sich auch die Zugangstüre befindet, samt einer kleinen Tränke. Und weiter hinten lag noch etwas Futter herum, soweit ich es sehen konnte ein Huftier. Oder sowas in der Art. Zumindest zerrte ab und an ein Wolf daran herum und riss ein paar Fetzen ab. Was ich zwar nicht sah (die Fetzen), aber dafür hörte. ^^

Was mir an dieser Stelle aber zuerst auffiel war ein Kind, welches sich durch besonders grässliches Verhalten hervortat. In gebückter Haltung stand es am Zaun, einen Wolf beobachtend, der seinereits das Kind im Auge behielt. Schöne Sache, sowas. Eigentlich. Wenn der Junge nicht dann und wann plötzlich nach vorne gezuckt wäre, was das arme Tier veranlasste erschrocken zurückzuweichen (um nicht zu sagen: Zurückzuspringen. Naja, irgendwas zwischen -springen und -weichen…), mit eher ängstlichem Blick, wie es für mich aussah.

Genau, dieses kleine Drecksbalg versucht hier – scheinbar nicht ganz erfolglos – einem Wolf Angst einzujagen! Mein erster Gedanke war irgendetwas von wegen, dieses Kind gehöre dringend ein weilchen mit einem Kabelbinder erdrosselt. Okay, nehmt das nicht gar zu ernst und eigentlich bin ich ja ein ziemlich friedlicher Geselle, aber ich bin davon überzeugt dass es einen Menschenschlag gibt der für vernünftige Argumente einfach nicht empfänglich ist und dem man dann eben mittels wohldosierter physischer Gewalt klarmachen muss wie man sich verhält – und vor allem wie man sich nicht verhält. Bevor ich mich vielleicht doch noch dazu durchgerungen hätte dieses Kind zu stoppen (allerdings auf weitaus subtilere Art als die oben geschilderte. Ausserdem hatte ich gerade keine Kabelbinder dabei), hörte es allerdings von selbst auf. Um in die Hände klatschend wegzulaufen… Von Eltern weit und breit keine Spur. Typisch. Hey, wenn man es zu so einem Nachwuchs gebracht hat, der offenkundig nicht geneigt ist Tieren den nötigen Respekt entgegenzubringen, dann lässt man die doch bitte nicht allein in einem Tierpark herumlaufen. (Solche Kinder gehören eh an die Leine) Wenn man sie schon unbedingt dorthin schleppen muss. Ich frage mich ob der Junge auch so frech wäre, wenn man ihn gepackt und zu den Wölfen über den Zaun geschmissen hätte.

Nachdem das elende Balg verschwunden war, sah ich allerdings noch etwas recht nettes. Ein Wolf – scheinbar durstig – kam herangetrabt, zeigte an der im Hintergrund zu erkennenden Tränke mit Wasser jedoch nur sehr geringes Interesse. Stattdessen schlabberte er lieber lautstark aus der weit weniger sauberen Pfütze (das Wasser da drin ist wohl aromatischer) und stapfte noch ein wenig darin herum. Ein anderer kam nur um herum”plantschen” her. Mehr in der Mitte des Geheges gab es noch eine ähnliche Pfütze, in der ein Wolf dann richtiggehend gegraben hat. Besser gesagt: Gepritschelt. :D

Und da ich schon mal da war, beschloss ich mir auch mal das neu angelegte Bärengehege anzusehen. Nicht zuletzt, weil dort angeblich auch mal Wölfe hineinkommen sollten, wenn die kleinen Bären etwas grösser geworden sind und sich eingelebt haben. Wurde auch schon angelegt, mehr oder weniger hohes Gras, ein paar Bäume im Vordergrund, ein teil des Waldes hinter dem Gehege ist wohl auch noch mit eingezäunt und eine grosse Wasserfläche.

Ausserdem ist das Gelände nicht von allen Seiten einsehbar, so dass die Tiere dort auch mehr Möglichkeiten haben sich zurückzuziehen. Die Bären trieben ihr Unwesen teils zu Wasser, teils zu Land. In der Luft habe ich keinen gesehen, wie es sich für Bären eben gehört. Dafür entdeckte ich da etwas anderes. Das hier sind doch keine Bären!

Nein, da zogen schon zwei Wölfe ihre Runden bei den Bären. Sehr schön! Kommen scheinbar auch relativ gut miteinander aus, bzw gehen sich aus dem Weg. Nur einmal schlug ein Jungbär mit der Pfote nach einem Wolf, der dem Kleinen wohl doch etwas zu nahe gekommen war – und sich darauf hin wieder zurückzog. Der Bär hat ihn ja nichtmal erwischt. ;) Abgesehen davon gab es soweit ich es sah keine weiteren Auseinandersetzungen.

Achja, ein Kind rief nachdem es samt Mutter an mir vorbeigegangen war “Mami, der Mann da…” und noch irgendwas mit “Schnurrbart” und “Bart”. *g* Woanders hörte ich eine Frau etwas von einem “klassischen Ziegenbart” sagen, aber das bezog sich wohl eher auf die kleine schwarze Zwergziege, die um sie herumlief.

Was mir allerdings eher negativ auffiel: Das Kleinvieh. Kaninchen, Meerschweinchen, sowas. Zumindest einer entsprechenden Ställe. Ich hoffe ja wirklich, dass das an den Stall angeschlossene kleine Freigehege irgendwo noch eine Öffnung nach draussen aufweist… Denn so sah es irgendwie mehr danach aus, als hätte da einfach jemand eine Schubkarrenladung voll Kleintier hineingekippt.

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6 Antworten zu “Tiere und Kinder”

  1. weltenwanderin sagt:

    jaja… Kinder in Wildparks… da fällt mir spontan wieder Kevin ein… http://weltenwanderin.blogg.de/eintrag.php?id=142#kommentare
    Ich sag nur: “Esst meine Seele!!!” *g*

  2. labwolf sagt:

    lol, ich glaube Kevin ist nicht zu überbieten.

  3. Schneeroeschen sagt:

    Das Bärengehege sieht ja ganz nett aus! Das Kleintiergehege geht mal absolut gar nicht…

  4. labwolf sagt:

    Ja wie gesagt: Ich hoffe dass es da irgendwo einen verborgenen “Ausgang” gab und nur zufällig so viele Viecher da drin waren. Auch wenn ich es nicht so recht glaube… Kann mich aber erinnern dass früher wesentlich mehr Kaninchen und dergleichen einfach so frei auf und neben den Wegen herumgehoppelt sind…

  5. Schneeroeschen sagt:

    … bis sie der Fleischfuchs geholt hat^^

  6. labwolf sagt:

    das Fleichfuchsgehege ist ein- UND ausbruchssicher ^^

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