Ich wollte es ja wohl irgendwie nicht anders… Zumindest dachte ich mir heute früh noch: “Hm, für heute hab ich eigentlich keinen Blogeintrag. Na, mal sehen, vielleicht fällt mir im Laufe des Tages noch was ein oder es passiert irgendwas. Sonst gibts eben keinen.”. Und siehe da: Es passierte was!
Der Apotheker hatte wohl nicht so ganz unrecht. Auf dem Weg in die FH muss ich ja in München umsteigen, was mir die Gelegenheit gibt hin und wieder in der Früh beim Bäcker vorbeizuschauen, nen Kaffee und ne Kleinigkeit zu essen besorgen. So auch heute. Nur standen da im Zwischengeschoss (zwischen Bahnsteig und Erdoberfläche) zwei Polizeibeamte. Während ich noch rübersah und überlegte was die wohl wollen könnten kamen sie schon auf mich zu. Logsich, war ja klar dass die ausgerechnet mich rausziehen! Lange Haare, Bart, der Kerl muss man mal näher inspizieren. Solche Leute, das weis man ja, sind zu allem fähig! Harte Drogen an Säuglinge verticken, Autos und Handtaschen klauen, besoffen Rentner vor den Zug stossen, Kätzchen verprügeln, sich an allem vergehen was nicht bei Drei aufm nächsten Baum ist, kleine Hündchen erwürgen, die ganze Palette eben. *g*
Okay okay, alles halb so wild. Es gab keine wilden Verfolgungsjagden durch S- und U-Bahn Tunnel, keine Schusswechsel, sich in der Luft überschlagenden Polizeiautos, heftige Explosionen und auch keine extragründliche Leibesvisitation. Wer trotzdem weiterlesen will, kein Problem!
[...]
“Personenkontrolle!”, erklärte man mir, und verlangte nach meinem Ausweis. Ich machte mich schon drauf gefasst erklären zu müssen warum ich mit abgelaufenem Personalausweis rumlaufe, der neue aber schon auf der Gemeinde liegt – ich ihn dort wegen den extrem ungünstigen Öffnungszeiten aber bislang nicht abholen konnte, aber das fiel denen garnicht auf. Hatten es wohl eher auf Rauschgift und den Inhalt meiner Taschen abgesehen, wohl in der Hoffnung dass beide Dinge identisch wären. Waren sie aber nicht. “Geldbeutel, Schlüssel, Handy, Taschentücher”, erklärte ich brav, den jeweiligen Gegenstand aus der Tasche nehmend und hochhaltend. Der Geldbeutel wurde nochmal eingehender Untersucht. Nette Frage: “Wenn wir sie jetzt durchsuchen würden, würden wir dann irgendetwas finden dass sie nicht haben sollten?”. Konnte ich guten Gewissens verneinen, aber die wollten es ja doch eh genauer wissen.
Normalerweise bin ich nicht allzu begeistert wenn mir ein fremder Mann die Hand in die Hose(ntasche) steckt, aber in dem Fall drückte ich wohl besser das ein oder andere Auge zu.
Nur die rechte Tasche wurde von innen betastet, ansonsten ganz manierlich von aussen abgeklopft. Und auch nur die Taschen.
Während der zweite Polizist mit einer Taschenlampe meinen Rucksack durchsuchte. Irgendwie hatte ich den Eindruck, dass er über dessen Gewicht ein wenig überrascht war aber hey, dicker Ordner, ne Flasche Wasser, nicht ganz unvoluminöse Mathe-Formelsammlung, Papula (Band 2) und Strömungslehre-Buch, das hat halt alles sein Gewicht. Und nein, die Bücher wurden nicht rausgenommen und nächer untersucht. Nur ins Federmäppchen wurde noch ein Blilck geworfen. Unter Zuhilfnahme der Taschenlampe, höcht professionell. In der Fronttasche des Rucksacks fand er drei in Alufolie eingewickelte Objekte. “Frühstück” verkündete er gutgelaunt, eines meiner Brote hochhaltend. “Ganz genau! Meine Brotzeit. Hast du fein gemacht.” *übern Kopf wuschel* Nein, da musste ich innerlich doch etwas grinsen. Wenn das eine Frage hätte sein sollen, kam es nicht ganz so rüber. Hatte eher was von “Yay, guck mal was ich gefunden hab!!”. ^^ Einen Hinweis dass ich in der FH doch auch was essen müsste sparte ich mir. Immerhin hat er mein Essen nicht ausgewickelt… (Könnte ja weis der Teufel was zwischen zwei Scheiben Salami versteckt sein. *g*) Auch die beiden Kopfschmerztabletten (Paracetamol) in meinem Federmäppchen blieben entweder unentdeckt oder wurden instinktiv für Harmlos befunden.
Soweit das Wühlen in meinen Sachen. Ob ich gefragt wurde ob ich Drogen konsumieren würde weis ich nicht mehr – gefragt ob ich mal welche angeboten bekommen hätte wurde ich jedenfalls. “Ja, in Prag, auf der Abschlussfahrt.”. Ob ich abgelehnt hätte oder nicht war dann auch nicht mehr interessant. “Sie rauchen auch nicht?” – “Nein.”. Vermutlich weil man keine Zigaretten oder Streichhölzer/Feuerzeug bei mir fand.
Letzten Endes lies man mich wieder frei und wünschte mir noch einen schönen Tag. Toll. Der Appetit ist mir dann aber doch ein wenig vergangen.
Juli 3, 2008 um 2:01 |
Hm Zur Verbrechensliste gehört noch alte Rentner am Klo vergewaltigen!
Auch die beiden Kopfschmerztabletten (Paracetamol) in meinem Federmäppchen blieben entweder unentdeckt oder wurden instinktiv für Harmlos befunden.
Das erinnert Mich an einen dialog aus “Achtung Fertig Charlie!”
A:nehmen sie irgendwelche drogen?
B: Ka ich nehme Exctasy Hasch und Heroin!
A. Das nehmen die anderen auch…. Also keine Drogen.
Juli 3, 2008 um 2:39 |
@ “Zur Verbrechenlist…”:
1. Bäh ^^
2. Wurde ja indirekt auch aufgeführt.
Juli 3, 2008 um 4:15 |
Lool…
Der böse Markus frisst Kinder! Wegsperren!
Das ist mal wieder einer der Momente, wo ich es genieße, nicht in Bayern zu leben
Mir persönlich ist dieses Ärgernis einer Kontrolle bisher nur einmal widerfahren, am Rande eines Naziaufmarsches bzw. der dazugehörigen Gegendemo.
Haben sie eigentlich bei dir die Beine bis nach unten abgetastet bzw. auch auf den Beininnenseiten?
Juli 3, 2008 um 9:33 |
xD ^^
“Haben sie eigentlich bei dir die Beine bis nach unten abgetastet bzw. auch auf den Beininnenseiten?”
.
In den Genuss komme ich öfters mal, da ich ja von Zeit zu Zeit auf Konzerte geh, und man da am Eingang logischerweise kontrolliert/abgetastet wird. Die netten Security-Leute sind dabei immer höchst genau.. ne Freundin von mir musste mal ihr Nietenarmband ablegen. Ok, bei centimeterlangen Spitznieten kann man das schon nachvollziehen
Juli 3, 2008 um 10:00 |
@: “Haben sie eigentlich bei dir die Beine bis nach unten abgetastet bzw. auch auf den Beininnenseiten?”
Nein, das nicht. Okay, ich hatte ne kurze Hose an wo alle Taschen deutlich sichtbar waren. Hätte ich mir aber nen flachen kleinen Beutel / Briefumschlag mit bösen Dingen an den Bauch gepappt, im Schritt befestigt oder direkt in der Gegend – nur etwas weiter hinten – “versenkt” hätten sies auch ned gefunden. Auf eine derart gründliche Untersuchung hätte ich aber auch absolut keinen Bock gehabt.
Hey, hätte ich da zufällig die Brechstange dabei gehabt wäre es wohl höchst interessant gewesen. *g*