Eigentlich könnte ich das auch im Zuge der Suchbegriffsliste in einigen Tagen abhandeln, aber ich glaube das verdient einen eigenen Eintrag. Ich meine, Suchbegriffe wie “Wer ist Meister Reineke” sind ja noch okay. Aber ihr müsst doch zugeben, “Was ist ein Meister Reineke” ist doch zumindest arg unglücklich formuliert. Nein nein, es kann nicht angehen dass solche Unwissenheit herrscht. Schon in der Grundschule traktierte man kleine Kinder – darunter auch mich – mit Tierfabeln, von dem her dürfte man eigentlich als halbwegs bekannt voraussetzen, dass der Fuchs in Fabeln typischerweise als “(Meister) Reineke” bezeichnet wird. Gehört – finde ich – so ein bisschen zur Allgemeinbildung dazu, da braucht es keinen halbwegs zu einem Fetisch ausgewachsenen Fuchsfimmel oder sowas. *g*
So, in diese Kerbe gedenke ich noch ein wenig weiter zu hauen, allerdings ohne in geistig gar zu anspruchsvolle Ergüsse auszubrechen. [...]
Wie schon gesagt: Mit Meister Reineke ist der Fuchs gemeint. Manchmal hört er auch auf Reinhard. Im Wikipedia-Eintrag zu “Fabel” gibt es hier eine nette Liste mit entsprechenden Tiernamen. Meister Petz (Bär), Adebar (Storch), Meister Lampe (Hase), Isegrim (Wolf) und Grimbart (Dachs) kannte ich noch. Aber hey, der Name für die Wölfin klingt schon arg plump: Gieremund. Also bitte. *g* Da ist ja die Füchsin (Ermelyn) noch besser dran. ^^
Interessant finde ich auch den Artikel zu “Reineke Fuchs” – dem gleichnamigen Tierepos. Was man so vom Inhalt zu lesen bekommt lässt den Fuchs allerdings nicht unbedingt im besten Licht erstrahlen. Nicht nur dass er Isegrims Gattin Gieremund “geschändet” haben soll (War ja irgendwie klar, nicht?) – aber lest selbst (Hervorhebung von mir):
“Der Vorwurf Isegrims jedoch, Reineke habe seine Gattin Gieremund geschändet, veranlasst Nobel zu der Entscheidung, Isegrim und Reineke in einem öffentlichen Zweikampf gegeneinander antreten zu lassen. Für den Fuchs bedeutet dies das zweite Todesurteil, denn er ist dem Wolf körperlich unterlegen. Reineke gewinnt, indem er dem Wolf ins Auge kratzt, einen Strahl Urin in die Wunde schießt und Sand hinterher schmeißt; vom vor Schmerz rasenden Wolf in die tödliche Zange genommen, kneift er ihm kräftig in die Hoden. Das überzeugt das Publikum und veranlasst den König Nobel, Reineke zu seinem Rat und zum Kanzler des Reichs zu ernennen. (Aus der Wikipedia)“
Das ist nicht fair! Autsch! Also das Füchse listig und verschlagen sind und auch in Fabeln so dargestellt werden, okay, aber sowas?! In einer alten Ausgabe von Brehm’s Tierleben wird Reineke ja zudem noch dermassen über alle Wolken gelobt dass es sogar mir schon suspekt ist (vor allem weil der Wolf quasi als Schosstier Satans dargestellt wird). Aber darüber habe ich ja früher schon einige Worte verloren (Wen es interessiert, der kann im alten Blog mal suchen) Und der Drecksack wird dann auch noch belohnt. Tsss… Aber so gehts wohl zu, auf dieser Welt. Aber soviel zu “Tierfabeln sind Kinderkram”.
Wobei, die Märchen damals waren ja auch nicht grad ohne…
Ausserdem stach mir noch diese Illustration ins Auge. Na, was fällt euch an dem Fuchs auf? *g* (Abgesehen von der antropomorphen Darstellung – wie es der Fabel halt auch entspricht – und dem recht dämlichen Gesichtsausdruck. ^^) Nein nein nein, Füchse sind ja nette Tierchen aber Meister Reineke nachdem was er Isegrim angetan hat so zu rühmen, das gehört sich nicht. Das finde ich nicht richtig! *schmoll* lol
Na, egal. Wer diese Fabel lesen möchte, der kann es hier (nach der Lübecker Ausgabe von 1498) versuchen oder sich diese besser lesbare Fassung von Goethe zu gemüte führen.
Wen es interessiert, der möge auch mal einen Blick in dieses (englischsprachige) Bestiarium werfen. Hier die Einträge zu Fuchs und Wolf.
Juni 25, 2008 um 3:27 |
Hm also beim Bild fält mir Spontan Tanuki ein^^
bzw wer ist so blöd und weiss das ned es läuft im Moment eh ne Serie auf KiKa die heisst Isegrimm und Reineke (anthropomorphe Figuren) das sollten sich auch einige rgoßen ans herz legen^^
Juni 25, 2008 um 3:36 |
Tanuki? Sagt mir jetzt nix… Hm, daheim mal nachforschen. ^^
August 27, 2008 um 4:22 |
…Märchen und Fabeln waren ursprünglich an Erwachsene gerichtet. Unter
dem Druck der “christlichen Werte” dahingehend verharmlost, daß sie als
Geschichten für Kinder dienen konnten.
Beispielsweise sind Mord, Kinder aussetzen und Zwangsarbeit in Hänsel und Gretel erhalten geblieben. Das widerspricht nicht den guten Sitten. Die sexuellen Übergriff auf den Hänsel durften nicht bestehen bleiben, sie wurden deshalb in eine Form von Mast abgeändert.
August 27, 2008 um 5:12 |
Sexuelle Übergriffe auf Hänsel? Was das in der “Originalfassung” tatsächlich so? Das wusste ich ja noch garnicht. Dann sind die Fabeln und Märchen die man heute üblicherweise so vorgesetzt bekommt ja quasi schon die entschärften Fassungen…