Science – at home!

By labwolf

Wer glaubt, es braucht eine Laborausstattung im Wert einiger hundert Euro um ein wenig mit DNA zu spielen und sich dieses komische Zeugs auch ohne Mikroskop mal anzusehen – der irrt! Die nötigen Zutaten bekommt man in jedem guten Supermarkt und wenn man das ganze bissl semiprofessioneller betreiben will kann man auch mal bei eBay reinschauen (Ich glaube bei Volumina von 30ml oder weniger versagen die meisten Küchen-Messbecher. Und Haushaltswaagen die 1/10 Gramm anzeigen sind auch eher ungebräuchlich). Aber dennoch: Das folgende kann im Prinzip jeder bequem daheim nachmachen. :) Und wäre es nicht super bei diesen “Und, was hast du am Wochenende so getrieben?”-Gesprächen mit einer DNA-Extraktion imponieren zu können, statt sich zu betrinken, den Gartenzaun zu streichen oder einen Baum zu pflanzen? *g* [...]

Zwiebel-DNA

Alles ganz einfach. Hier wird sehr schön erklärt wie man DNA aus beispielsweise Zwiebeln extrahiert. Eigentlich nur mit Geschirrspülmittel, Persil, Spiritus, Salz, Kaffeefilter und Natriumcitrat. Letzteres kann man sich – so wie ich – relativ einfach aus Citronensäure und Natriumcarbonat (gibts beides in der Drogerie oder im Supermarkt) herstellen oder auch ein paar Gramm in der Apotheke kaufen.

Was das Bereiten des DNA-Extraktionspuffers (klingt doch super, dafür dass es sich um Salz, Spülmittel, Natriumcitrat und Wasser handelt) betrifft: Messkolben verlieren bei stark schäumenden Substanzen ein wenig an Genauigkeit, aber das ist hier ja egal.

Der Anleitung gemäss hackte ich also eine Zwiebel in Fetzen. Ich bin wohl ein schlechtes Vorbild, aber auf eine Schutzbrille verzichete ich dabei. Science ist ja bekanntlich not for pussies. ;) Aber soweit kommts noch, beim Zwiebelschneiden… Das Zerreiben der Puffer/Zwiebel-Mischung im Mörser sah auch nicht gerade extrem wissenschaftlich aus:

Aber es funktionierte. Ziemlich gut sogar! :D Weitere Bilder habe ich mir mal gespart, ist ja in oben verlinkter Anleitung sehr gut beschrieben und auch die Bilder des Resultats – mithin der extrahierten DNA – sind dort wesentlich besser als meine. ;) Das mit dem Anfärben wurde allerdings nichts – mir fehlen die nötigen Farbstoffe. Von dem her weis ich nichtmal genau ob es sich tatsächlich um DNA handelt, aber ich glaube es einfach mal.;)

Nur Zwiebeln und so Zeugs?

Nun ja… Wäre es nicht noch sehr viel imponierender und auch “unheimlicher” (zumindest für den Laien) wenn man gar sagen könnte, man hätte mit menschlicher DNA experimentiert? (Klingtja schon bissl böse. lol) Oder denkt sich jetzt grad einer “Scheiss auf Zwiebeln, ich will meine eigene DNA auch mal sehen!”? Oder muss jetzt grad jemand an meinen damaligen Eintrag mit der Lachsspermien-DNA denken, die ja so teuer ist wenn man sie – wozu auch immer – kauft?

Ich weis nicht mehr was ICH mir dachte, aber wenn ich hier noch so ein Fläschchen mit dem Extraktionspuffer herumstehen habe – warum dann nicht auch das mal ausprobieren? :P Zumindest ist die Probennahme (sofern man nicht gerade auf die Idee kommt eine Gewebeprobe aus dem Arm oder Bein oder sonstwoher zu nehmen und analog zur Zwiebel aufzuarbeiten) wesentlich angenehmer als Zwiebeln zu schneiden. *g* Auch wenn diese Art der Probennahme den männlichen Experimentatoren vorbehalten ist (Frauen müssen sich halt nach einem Spender umsehen. ^^). Na, ich denke was ich meine ist klar, oder? ;) Hey, zu meiner Entlastung sei gesagt dass ich mir meine Spermien bislang noch nedmal unterm Mikroskop angesehen habe, also was habt ihr denn? *g* (Nein, der LabWolf überspringt solche Kindereien und legt sich gleich mit der DNA direkt an :P )

Jedenfalls, die Vorgehensweise ist da ein wenig anders als bei Zwiebeln. Zumindest habe ich darauf verzichtet das Zeug mit dem Puffer im Mörser zu verreiben. Aber ich sag euch – wenn ich so frei sein darf – das parfümierte Spülmittel (im Extraktionspuffer) gepaart mit dem Eigengeruch der Probe… das ist schon ein ganz “interessanter” Geruch! Wenn man das Zeug im Wasserbad erwärmt wird es auch nicht besser, im Gegenteil. Aber das ist hier nebensächlich, schätze ich. :D

Also zurück zum Thema Extraktionspuffer: Die Menge habe ich in dem Fall auf 5 ml reduziert. Dachte mir, wenn 30ml für eine Zwiebel reichen, na, dann könnten 5 ml für die paar ml Ejakulat auch reichen. Und ich hab sogar brav filtriert.

Toll, nicht? Aber ich sags euch gleich: Das Nachmachen könnt ihr euch sparen, das bringt nix. Wie ich fast schon erwartete schimmt da noch so viel anderer Siff drin rum (Proteine, weis der Geier was) der dann mit ausfällt wenn man das Filtrat mit eiskaltem Ethanol mischt, dass man etwaige DNA – sollte überhaupt welche ausfallen, bei den geringen Mengen! – nicht erkennen kann.

Wohlgemerkt, die beiden Flüssigkeiten waren vorher farblos, das ist alles irgendein Zeugs das in EtOH eben unlöslich ist. Das Geld, da noch umständlich mit irgendwelchen Proteasen ranzugehen (abgesehen von den Enzymen die sich in Waschpulver tummeln) habe ich nicht.

Also, bleibt bei Zwiebeln und dergleichen. Macht auch schon genug Sauerei, liefert schönere Ergebnisse und beisst in den Augen anstatt zu müffeln. ^^ So, und jetzt viel Spass beim Nachmachen!

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8 Antworten zu “Science – at home!”

  1. Schneeroeschen sagt:

    Ey Markus… also das ist echt ein bisschen… also, nee. Geht ja mal gar nicht.^^

    “schneeroeschen [...] Und erstaunlicherweise auch eine Person die mich trotz Lektüre des Blogs nicht für einen kompletten Spinner hält – glaube ich mal ^^.” Streich den Satz, bitte (2jähriges Blog-Jubiläum).^^

  2. Polarwolf sagt:

    Großes dickes WTF und ROFL – mehr hab ich dazu nicht zu sagen ^^

  3. sigurd sagt:

    Ich sag dazu nur: bäh
    ^^

  4. labwolf sagt:

    Hm, was habt ihr denn? ^^ Also, so arg extrem finde ich das nun eigentlich nicht (bissl strange schon, zugegben). Soll ich die Bilder rausnehmen, oder was ist da so schlimm? lol
    Blut, Urin, Sperma – sind doch alles “nur” irgendwelche Körperflüssigkeiten. Und was so im Fernsehen an Blut fliesst, das kann man ja bequemerweise schon wie’s Bier aufm Oktoberfest messen – in Hektolitern. ;) Vielleicht sehe ich das aber auch einfach nur zu pragmatisch.
    Oder man wird halt so, wenn man zwar Biotechnologie studiert, aber die Biologie vor lauter Ingenieurskram zu kurz kommt. :P
    PS.: Wie gesagt “Science is not for pussies!” :D

  5. sc4rfac3 sagt:

    Roflmao! Aber jedem das seine, ne?^^

  6. Spirit sagt:

    Wie soll die DNA denn aussehen?
    fällt das dann als solche stränchen aus ^^

    *sry für den alten eintrag :/

  7. Jack sagt:

    yay, “mein leben für die wissenschaft” oder wie? xD

  8. labwolf sagt:

    @ spirit: Hm, wenn ich mich recht erinnere sollte das dann tatsächlich so eine art Faden bilden. bzw. viele kleine Fädchen die sich bissl zusammenballen. Mit bissl Googlen sollte man Bilder von diesem Versuch finden.

    @ Jack: Immer langsam, mein Leben hätte ich schon noch ganz gern selbst ne Weile ^^

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